Thilo Bode

Die Essensfälscher

Was uns die Lebensmittelkonzerne auf die Teller lügen
Cover: Die Essensfälscher
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2010
ISBN 9783100043085
Gebunden, 256 Seiten, 14,95 EUR

Klappentext

Noch nie waren Lebensmittel so gut wie heute? Von wegen! Thilo Bode, Gründer der Verbraucherorganisation foodwatch, seziert die ausgebufften Strategien der Lebensmittelkonzerne. "Fitness"-Produkte? Machen nicht fit, sondern fett. - Der traditionell und regional hergestellte Schwarzwälder Schinken? Stammt tatsächlich aus Massentierhaltung und kommt aus ganz Europa. - "Gesunde" Kinderprodukte? Versteckte Zuckerbomben. - Bio-Apfelgetränke? Haben noch nie einen Apfel gesehen... Diese haarsträubenden Täuschungsmanöver haben System. Die Nahrungsmittelkonzerne sind an die Grenzen ihrer Wachstumsmöglichkeiten gestoßen. Also drehen sie uns mit milliardenschweren Werbe-Etats nur vermeintlich neue und bessere Produkte an. Diese gaukeln jedoch Qualität lediglich vor und gefährden zudem oft genug unsere Gesundheit. Bode nimmt Artikel ins Visier, die wir alle kennen - und er nennt Ross und Reiter. Somit dient dieses Buch auch als Anleitung, die unlauteren Praktiken der Nahrungsmittelkonzerne zu boykottieren.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2010

Petra Steinberger hat drei Bücher über die Nahrungsmittelindustrie gelesen, die ihr ziemlich auf den Magen schlagen. Thilo Bodes Schrift über die Tricksereien der Lebensmittelhersteller wendet sich mit Verve gegen Verbraucherbetrug und fordert transparentere Informationen über Inhaltsstoffe sowie die "Ampelkennzeichnung" von Lebensmitteln, teilt die Rezensentin mit Zustimmung mit. Gerade die Forderung des Ex-Greenpeace-Chefs und Gründers von Foodwatch nach mehr Verbraucherengagement kann Steinberger nur unterschreiben.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.10.2010

Thilo Bode, einst prominenter deutscher Greenpeace-Mann, ist heute der Chef der Nahrungsmittelverbraucherorganisation Foodwatch. Im vorliegenden Buch fasst er die Verbrechen gegen die Natürlichkeit, die die Lebensmittelindustrie gewohnheitsmäßig begeht, in all ihrer Scheußlichkeit, wenn man der Rezensentin Manuela Lenzen glauben darf, trefflich zusammen. Es geht um all das, was einem so aufgetischt wird, als "Schinken" etwa, der bei Licht bzw. bei chemischer Analyse gesehen, wahrlich etwas anderes ist; es geht um mit Absicht unverständlich gehaltene Inhaltsangaben und vor allem um die geldbewehrte Mauschelei hinter allen Kulissen. Transparent geht es in der Lebensmittelindustrie im Prinzip nirgends zu, Gutachten werden gekauft und Gesetze fallen wundersamerweise auch in aller Regel zu Gunsten der Lobby aus. Als Gegenmittel empfiehlt Bode - und Lenzen sieht das ganz ähnlich: den "Verbraucherprotest". Auf die Politik dürfe man im Moment eher nicht hoffen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 30.09.2010

So richtig überzeugt ist Sabine Sütterlin nicht von dieser Streitschrift des Foodwatch-Gründers Thilo Bode, der darin die Tricks der Lebensmittelindustrie anprangert, die mit falschen Versprechen und irreführenden Bezeichnungen ihre überteuerten, übersüßten und überfetteten Industrieerzeugnisse feilbietet. Falsch sei das alles nicht, meint die Rezensentin, aber sich darüber zu beschweren, findet sie irgendwie sehr deutsch, außerdem vermisst sie Witz, und die Lebensmittelampel scheint ihr als Lösung auch nicht gerade das Gelbe vom Ei, wenn es doch darum gehen müsste, die Mündigkeit der Verbraucher zu stärken.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 11.09.2010

Überzeugend und vor allem empörend findet Jost Maurin diese Aufklärungsschrift des Foodwatch-Chefs über die Irreführung und Betrug der Verbraucher in Sachen Lebensmittel. Steilvorlage für Thilo Bodes Attacke gegen die Lebensmittelindustrie seien Leitsätze eines Lebensmittelbuchs, das quasi Verordnungscharakter habe, de facto aber legitimiere, dass der Verbraucher über die tatsächliche Beschaffenheit von Lebensmitteln getäuscht werde. Maurin demonstriert an ein paar Beispielen Bodes Enthüllungsmaßnahmen und seine Beweisführung, und findet das Buch grundsätzlich auch sehr packend geschrieben. Allerdings mag er nicht alles unterschreiben, was Bode konstatiert. So ist er mit dessen pauschaler Verwerfung der Öko-Branche als "Bio-Illusion" nicht einverstanden.