Wer unser Saatgut kontrolliert, kontrolliert die gesamte Nahrungsmittelkette. Diese Kontrolle versucht die Agrarindustrie weltweit zu erlangen. Doch vielerorts kämpfen Bäuerinnen und Gärtner für eine autarke Nutzung des Saatguts. Welche Wege Samengärtner, Züchter und Aktivistinnen finden, um die Sortenvielfalt zu erhalten, schildert dieses liebevoll gestaltete Buch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.08.2016
Jan Grossarth hat nur gelegentlich den Eindruck, dass die Wissenschaftlerin und Aktivistin Anja Banzhaf in ihrem Buch marxistischen Mythen gegenüber einer reellen Perspektive auf Saatgutwirtschaft und Gentechnik den Vorzug gibt. Im großen Ganzen überzeugt ihn die Autorin mit ihrem Blick auf den Mikrokosmos der Landwirtschaft, der laut Grossarth dem agrarindustriellen System analytisch an die Wurzel geht. Die Geschichte des Saatguts, die Konzentrationsprozesse der Branche sowie ihre Sorge um den Verlust bäuerlicher Landwirtschaft kann ihm die Autorin mit Leidenschaft vermitteln. Dass sie dabei manchmal ins Schwärmen kommt für das Glück der Diversität und des Engagements, findet Grossarth verzeihlich.
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