Aus dem Russischen von Vera Bischitzky. Herausgegeben und kommentiert von Vera Bischitzky und Stefan Schreiner. Mit seiner während des Ersten Weltkriegs entstandenen Erzählung legte Simon Dubnow eine kollektive Biografie der russischen Judenheit vor. Er schildert die Ereignisse zwischen den Jahren 1881, der Zeit der Pogrome, und 1915 aus der Perspektive eines namenlosen jüdischen Soldaten, der in den Reihen der russischen Armee auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkrieges kämpfte und starb. Sein Leben steht stellvertretend für 35 Jahre der Erniedrigung und Verfolgung, aber auch des Kampfes und der Hoffnung einer ganzen Generation russischer Juden. Dubnow reicherte seinen Text mit etlichen Fakten an und ließ immer wieder auch eigene Erlebnisse mit einfließen. Die Erzählung wird ergänzt durch einen ausführlichen Kommentar und Dokumente aus dem persönlichen Archiv Simon Dubnows, die hier erstmals veröffentlicht werden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.08.2013
Längst vergessene Aspekte der deutschen Geschichte entdeckt Joseph Croitoru in dieser jetzt auf Deutsch vorliegenden, wissenschaftlich edierten Kriegserzählung von Simon Dubnow. Der Autor schildert darin anhand von Berichten jüdischer Kriegsteilnehmer und mittels eigener Erfahrungen historisch detailliert aus Sicht eines jüdischen Soldaten die Leiden osteuropäischer Juden vor dem und im Ersten Weltkrieg. Die grausamen Erlebnisse der Romanfigur und ihr Tod "durch eine deutsche Kugel" gehen dem Rezensenten sichtlich zu Herzen. Der Autor erweist sich für ihn als einer der Begründer der modernen jüdischen Geschichtsschreibung wie auch als geschickter Erzähler.
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