Eine zentrale Frage unserer Geschichte wird in diesem Buch neu beantwortet: Wie kam der mörderische Antisemitismus Hitlers und der Nazis zustande? Als im Februar 1919 der ermordete bayerische Ministerpräsident Kurt Eisner zu Grabe getragen wurde, war im Trauerzug für den Linksrevolutionär und Juden auch ein Gefreiter namens Adolf Hitler. Der wird später immer behaupten, er sei schon seit seiner Zeit in Wien glühender Antisemit und Sozialistenhasser gewesen. In Wirklichkeit war er noch 1919 in der von den Rechten als "Judenherrschaft" verunglimpften bayerischen Räterepublik Soldatenrat; von seinem späteren Judenhass findet sich noch keine Spur.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2009
Henning Köhler zeigt sich überrascht von diesem Buch. Ralf Georg Reuth zeigt ihm den frühen Adolf Hitler in neuem Licht. Nicht nur widerlegt der Autor die Annahme, Hitler sei in Wien zum Antisemiten geworden, Reuth kann dem Rezensenten auch die besondere Wirkung des "revolutionären München" auf den Ideologen Hitler begreiflich machen. Demnach trug die hysterisierende "Radikalisierung nach links" entscheidend zu Hitlers politischer Orientierung bei. Ein Umstand, den die Hitler-Forschung bislang ausgeblendet hat, wie Köhler erfährt, und den der Autor stichprobenartig mit Zitaten zum Beispiel von Thomas Mann und Henry Ford belegt. Für den Rezensenten zwar keine erfreuliche, doch eine lehrreiche Lektüre.
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