Mit Schwarzweiß-Abbildungen. In ihrem gesellschaftskritischen Sachbuch entwickelt Sarah Spiekermann eine Ethik für die Technologien der Zukunft - und zugleich ein Plädoyer für Freiheit und Selbstbestimmung im Zeitalter der DigitalisierungApps, die unaufgefordert Informationen zuschicken; Autos, die von Google-Rechnern gesteuert werden; Sprachassistenten, die Bestellungen für uns vornehmen - immer mehr Menschen fragen: Was macht die Digitalisierung mit mir und meinem Leben? Sarah Spiekermann kritisiert, dass wir zu passiven Empfängern einer entmündigenden Technik degradiert werden.Sie fordert deshalb ein radikales Umdenken: Wir brauchen eine Technik, die uns dient, statt uns zu beherrschen. Die Digitalisierung darf nicht länger vom Gewinnstreben der IT-Konzerne getrieben sein, sondern muss Werte wie Freundschaft, Privatheit und Freiheit verwirklichen helfen. Denn nur so werden wir unser Menschsein in einer digitalisierten Lebenswelt sichern können.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.10.2019
Rezensent Andrian Kreye empfiehlt das Buch der Wirtschaftsinformatikerin Sarah Spiekermann als Buch der Stunde. Pflichtlektüre ist der Band für Kreye, weil die Autorin darin überzeugend erklärt, wie die Geisteswissenschaften der Debatte um Ethik in der digitalen Welt nützliche Impulse geben können. Was die Hybris des Silicon Valley mit Luther, Hobbes, Rousseau zu tun hat, vermag die Autorin Kreye ebenso zu vermitteln wie ihre Forderungen nach einem kritischen Umgang mit dem unaufhaltsamen Fortschritt. Kreye liest den Band aber auch als optimistisches Plädoyer für eine zukunftsorientierte Interdisziplinarität.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.06.2019
Rezensentin Vera Linß hat Sophie Spiekermanns Plädoyer für eine digitale Werteethik mit Gewinn gelesen. Dass es höchste Zeit ist, digitale Lieferdienste und Plattformen auch jenseits der Effizienzsteigerung zu bedenken, kann ihr die Wirtschaftsinformatikerin anhand verschiedener Beispiele anschaulich vermitteln. Vor allem aber zeige Spiekermann auch, wie die geforderte "moralische Aufmerksamkeit" gelingen könne: Zum einen, indem Werten wie Gesundheit, Privatsphäre oder Gemeinschaft mehr Bedeutung als der puren Gewinnlogik zugestanden werden, zum anderen, indem Entwickler schon durch bestimmte Designs Werte in digitale Services einbauen, lernt die Kritikerin.
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