Andreas Urs Sommer

Werte

Warum man sie braucht, obwohl es sie nicht gibt
Cover: Werte
J. B. Metzler Verlag, Stuttgart - Weimar 2016
ISBN 9783476026491
Gebunden, 199 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Werte sind selbstverständlich. Über sie redet jeder. Und jeder nimmt sie für sich in Anspruch. Häufig für Widersprüchliches: beispielsweise ebenso dafür, sich für Flüchtlinge einzusetzen, wie dafür, sie abzuweisen. Werte scheinen allgegenwärtig und alternativlos. Und doch sind Werte eine moderne Erfindung und näher besehen gar nicht selbstverständlich. Dieses Buch fragt, worüber wir reden, wenn wir über Werte reden und sie in Anspruch nehmen. Vielleicht gibt es keine Werte. Vielleicht sind Werte Fiktionen. Vielleicht aber nützliche Fiktionen.  

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.09.2016

Michael Pawlik findet das Buch des Philosophen Andreas Urs Sommer wertvoll. Allerdings nicht als Darstellung der Zusammenhänge zwischen Massendemokratie, Medienöffentlichkeit und Wertediskurs, sondern als Skizze einer Naturgeschichte der Werte. Was Sommer über Werte und ihre gesellschaftliche Funktion herauszufinden vermag (sie bieten Vielfalt und Wandlungsfähigkeit), genügt Pawlik allerdings nicht. Zumal der Autor zu einer Verzerrung philosophischer Ethikmodelle neigt, um die Werterhetorik zu preisen, wie er erklärt. Dass der Wertebesitz nicht per se Zusammenhalt stiftet, sondern erst die allgemeine Akzeptanz der Werte, kommt für Pawlik bei Sommer auch zu wenig durch. Ihre nivellierende Kraft allerdings kann ihm der Autor nachvollziehbar als spezifische Qualität der Werte darstellen.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.08.2016

Michael Schefczyk erlebt in Andreas Urs Sommers aus Seminargesprächen entstandener Schrift das Wunder der Erhellung. Dass es lohnt, eigene Wertüberzeugungen zu hinterfragen, führt ihm der Autor nicht zuletzt an sich selber vor. Als Wutschrift über das dauernde Wertegerede geplant, so erkläutert Schefczyk, führte Sommers Arbeit den Autor nämlich über moralphilosophische Überlegungen bei Kant und Aristoteles zu der Einsicht, dass die wertorientierte Moral in der Moderne eine vernünftige, pluralen Gesellschaften angemessene sei.