Warum bleibt die christliche Moral bestehen, obwohl der Glaube abnimmt?
Hierzu eine überraschende These: Das Gebot der Nächstenliebe ist ein Produkt der Angst. Es hat sich in einer einzigartigen historischen Konstellation entwickelt und wird auch heute wieder von der Angst um das Ich getragen. Kein himmlischer Ursprung also, aber paradoxerweise ein überaus festes Fundament, auf dem unsere Werte überleben können.
"Matthias Drescher zeigt, wie sich Abstand von einer gesellschaftlichen Krisenstimmung gewinnen lässt, und wirbt für ein aktuelles Verständnis des Gebots der Nächstenliebe.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.06.2019
Hannah Bethke ist enttäuscht von Matthias Dreschers Versuch zu klären, was von christlichen Werten bleibt, wenn wir den Glauben verlieren. Dreschers historischer Gang durch Mythologie, Mythos-Verlust, Stärkung des Ich-Bewusstseins und Christentum scheint Bethke zwar interessant, die Annahme des Autors, ohne Todesfurcht kein Mitleid, hält sie aber für einen Fehlschluss. Der Argumentation fehlten theologische und soziologische Tiefe und Beispiele, meint sie, Drescher biete keine erhellende Analyse, sondern Behauptungen.
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