Die Beobachtung des "Great Game", der Machtkonkurrenz zwischen dem British Empire und dem Russländischen Kaiserreich in Zentralasien bildete seit Bismarck ein zentrales Element der Berliner Orientpolitik und der späteren Weltpolitik. Zentralasien stellte nächst dem Balkan einen Schauplatz des internationalen Mächteringens dar. Folglich bildete diese Region einen wichtigen Teil jener eurasischen Peripherie, an der Deutschland die Energien und Ressourcen der beiden Weltmächte Großbritannien und Russland binden wollte, um den Druck auf das deutsche Kaiserreich zu mindern und den eigenen außenpolitischen Spielraum zu erweitern. Auch der Blick der deutschen Öffentlichkeit war auf Zentralasien gerichtet, wo der imperialistische Machtkampf eine entscheidende Wende zu nehmen schien. Anhand russischer, deutscher und anderer Quellen entfaltet der Verfasser die Geschichte der Region als Schauplatz internationaler Interessen in den Jahrzehnten um 1900.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2013
Verdienstvoll findet Thomas Speckmann das Buch des Hamburger Historikers Rudolf A. Mark schon darum, weil der Autor damit eine Art Vorgeschichte zu "unserem" aktuellen Engagement am Hindukusch vorlegt. Detailliert vermag ihm Mark zu zeigen, wie wichtig die Auseinandersetzung zwischen dem British Empire und dem russischen Zarenreich für die Berliner Orientpolitik seit Bismarck war. War doch Russisch -Turkestan bereits damals Ziel deutscher Wirtschaftsinteressen. Dass der Autor auch die Fehleinschätzungen der deutschen Orientpolitik aufzeigt, scheint dem Rezensenten nicht minder verdienstvoll.
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