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Roddy Doyle

Die Rückkehr des Henry Smart

Roman
Cover: Die Rückkehr des Henry Smart
Carl Hanser Verlag, München 2013
ISBN 9783446243293
Gebunden, 382 Seiten, 21,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Renate Orth-Guttmann. Henry Smart kehrt 1951 nach langjährigem Exil in den USA in seine Heimat Irland zurück. Der berühmte Hollywood-Regisseur John Ford will das Leben des einstigen IRA-Kämpfers verfilmen. Doch Henry, der nach einem Unfall ein Bein verloren hat, sagt ab. Fast vergessen, fängt er als Hausmeister in einer Schule bei Dublin an. Nachdem er dort bei einem Bombenattentat auch noch sein Holzbein verliert, wird Henry von der Unabhängigkeitsbewegung zum Helden erklärt. Und sein Kampf geht weiter, bis in unsere Tage. Roddy Doyle erzählt von einem Mann, der sich nie geschlagen gibt, und lässt auf unvergleichliche Weise die verworrene Geschichte Irlands lebendig werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 23.11.2013

Nun ist es auch langsam mal gut mit diesem Henry Smart, ächzt Friedhelm Rathjen nach der Lektüre von Roddy Doyles drittem Roman über die Figur, in der sich ein Jahrhundert irischer Geschichte spiegelt. Und nachdem das Buch im Jahr 2010 endet, dürfte mit weiteren Büchern wohl auch nicht zu rechnen sein, atmet der Kritiker auf, der sich nach einem "Schweinsgalopp" mit diesem "ramponierten Held" durch sechs Jahrzehnte erst einmal sortieren muss. Viel Positives hat er nicht zu berichten: An den für seine Begriffe willkürlich aneinandergereihten Episoden hat ihn schlicht "gar nichts" gepackt, die Prosa falle gegenüber anderen Werken des Autors deutlich ab. Auch findet es der Kritiker schlimm, wie die aufgehäuften Bezüge zur Wirklichkeit einander zur Gänze nivelllieren. Ansonsten richtet Rathjen Projekt und Absicht des Buches gallig gegen es selbst: Wenn es in die Erkenntnis münde, dass vollmundige Revolutionsversprechungen nur Kosmetik sind, um die Realität aufzuhübschen, so liege genau darin auch die Crux dieses Romans. Und wenn sich an einer Stelle die Figur darüber beklagt, wie viel Zeit er verschwendet habe, so trauert der Kritiker vor allem um die eigene, die für diese Lektüre unwiederbringlich aufgebracht werden musste.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.11.2013

Interessant findet Hans-Peter Kunisch den abschließenden Band von Roddy Doyles Trilogie um den irischen Auftragskiller der IRA nur dann, wenn sich der Autor mit spannenden historischen Gerüchten rund um die IRA befasst. Ansonsten findet der missgestimmte Rezensent nur wenig Lob für den Roman, in dem der Protagonist Henry Smart nach 29 Jahren aus dem amerikanischen Exil nach Irland zurückkehrt und einem Regisseur bei seinem Film helfen soll. Der Blick hinter die Filmkulissen langweilt Kunisch und die Liebesgeschichte am Set findet er "zum Fingertropfen kitschig". Sein hartes Fazit: Bei all der Effekthascherei hat der Autor das Schreiben vergessen, denn die Sprache kommt plump und nachlässig daher.
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