Aus dem Englischen von Peter Torberg. Nordirland, 1983. Als an einem Septembertag 38 IRA-Terroristen aus einem Hochsicherheitsgefängnis ausbrechen, herrscht höchste Alarmbereitschaft: Unter den Flüchtlingen befindet sich der in Libyen ausgebildete Bombenspezialist Dermot McCann. Inspector Sergeant Sean Duffy drückte mit McCann die Schulbank, weshalb mit einem Mal der MI5 vor seiner Tür steht. Duffy soll McCann finden. Er weiß: Jeden Moment könnten Bomben hochgehen, doch McCann bleibt von der Bildfläche verschwunden. Plötzlich wendet sich McCanns Ex-Schwiegermutter an Duffy. Sie will ihm helfen, allerdings nur unter einer Bedingung: Zuerst muss er das Rätsel um den Tod ihrer Tochter lösen. Vier Jahre zuvor war die Leiche der jungen Frau in einem von innen verriegelten Pub gefunden worden. Alles deutete auf einen Unfall hin, und doch ist die Mutter überzeugt, dass es Mord war. Aber wie sollte der Täter entwischt sein - bei verschlossenen Türen? Duffy ist ratlos, und die Uhr tickt …
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 14.04.2015
Lothar Müller gefallen besonders die selbstironischen Finten, die Adrian McKinty dem dritten Buch seiner Sean-Duffy-Reihe eingebaut hat, die im Belfast der achtziger Jahre spielt. Da ist zum einen der Bösewicht von "Die verlorenen Schwestern", berichtet der Rezensent: er hat eine Bibliothek vollgestopft mit Kriminalliteratur, in der es von "locked room mysteries" wimmelt, von jenem Plotpartikel, das Agatha Christie so liebte und das zum Rätseln einlädt, dem Mörder hier allerdings als Inspiration zur eigenen Tat dient, so Müller. Und dann lässt McKinty seinen Hard-Boiled-Helden Duffy, der den Krimi über ausnahmsweise mal eine "Affäre mit der Logik" anstatt mit einer Frau eingehen darf, das Rätsel auch noch in einer jener berühmtberüchtigten, "logisch zwingenden Aufklärungsansprachen" lösen, freut sich der Rezensent.
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