Aus dem Englischen von Manfred Allie. Mit einem Nachwort von John Banville. 1919: Major Brendan Archer, nach dem Ende des Ersten Weltkriegs aus der englischen Armee entlassen, reist an die irische Ostküste, um seine Verlobte zu heiraten. Das Wiedersehen mit der Tochter des Besitzers des Hotels Majestic verläuft allerdings gänzlich anders als erhofft, zumal die Verlobte bald darauf verstirbt. In der Zwischenzeit aber hat sich der Major bereits auf die verbliebene Schar von Katzen, skurrilen Dienern und Bewohnern eingelassen und wird immer tiefer in den Sog des Verfalls des riesigen ehemaligen Prachthotels und seines polternden Besitzers Edward Spencer hineingezogen. Die brillante, von absurdem Humor durchzogene Erzählung spielt vor dem Hintergrund der entscheidenden Jahre Irlands auf dem Weg zur Teilung des Landes.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 02.07.2013
Werner von Koppenfels reibt sich vor Freude die Hände über diesen Roman, der nachträglich mit dem (damals nicht vergebenen) Booker Preis des Jahres 1970 ausgezeichnet wurde. J.G. Farrell erzählt von der Zeit der irisch-englischen Teilung nach dem ausgesprochen harten Krieg zwischen IRA und britischer Macht 1919. Farrell tut dies sehr präzise, zum Teil recht grausig, aber vor allem, meint Koppenfels, unglaublich komisch. Im Mittelpunkt des Romans steht ein aus der Zeit gefallenes Hotel in der Grafschaft Wexford und seine herrlich spleenigen Bewohner, darunter ein gerade aus den Schützengräber heimgekehrter Weltkriegsoffizier und der Ferkel züchtende Hausherr. Bitter, komisch und tragisch zugleich nennt der Rezensent das Buch und feiert seinen Autor als einen "Charakterschöpfer erster Güte".
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