Colm Toibin

Das Feuerschiff von Blackwater

Roman
Carl Hanser Verlag, München 2001
ISBN 9783446200616
Gebunden, 300 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Giovanni und Ditte Bandini. Helen hat nicht gewußt, daß ihr Bruder Declan Aids hat. Aber nun, da feststeht, daß er sterben wird, setzt sie alles daran, daß er heimkommt, in das Haus der Großmutter, hoch über den Meeresklippen. Eine Geschichte von Menschen aus drei Generationen: von ihren Konflikten, Geheimnissen und unausgesprochenen Wünschen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.12.2001

In dem Roman von Colm Toibin haben, man staune, nicht sture irische Männer, die über die IRA, Guiness, Whiskey und Fiedelmusik reden, das Sagen, sondern Schwule und Frauen, staunt Christoph Bartmann, der das "milde" und "menschenfreundliche" Buch gerne weiterempfiehlt". Nicht als "großen Roman", aber als "guten, kleinen", in dem die beschriebenen Verhältnisse und die Form der Beschreibung in schönem Einklang stehen, lobt der Rezensent. Hier gehe es um Modernisierungsgewinne- und Verluste im heutigen Irland, aber auch um private Geschichten, deren Figuren ihre Gefühle sowohl "roh" als auch "rührend" zum Ausdruck brächten, und zwar so, dass sie der Leser auch nachempfinden könne, resümiert der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2001

Keine traditionelle Geschichte erwartet den Leser, erklärt unser Rezensent. Stattdessen gehe es um Aids, Homosexualität, um Frauenrollen und den Wandel der irischen Gesellschaft, um Streit, Bekenntnisse, Lebensgeschichten, um "Brüche und Brücken zwischen den Generationen" - alles plastisch und facettenreich vor Augen geführt. Michael Schmitt fühlt sich unweigerlich an Fontane erinnert, an den "Stechlin", nur, dass im vorliegenden Buch "womöglich noch weniger" geschieht. Die Kunst des Autors indes sieht Schmitt darin, "dass trotzdem eine ganze Gesellschaft lebendig wird - das, was sie zusammenhält, genauso wie die Risse."