Wien im Jahre 1922. Die Regierung beschließt das Antijudengesetz und damit die Ausweisung sämtlicher Juden aus Österreich. Den Beginn einer turbulenten Epoche nimmt Hugo Bettauer als Ausgangspunkt für seinen wichtigsten Roman. Was wird aus Wien, wenn alle Juden auswandern müssen?, lautet darin die zentrale Frage. 90 Jahre nach dem erstmaligen Erscheinen lesen wir "Die Stadt ohne Juden" als wichtiges Zeitdokument. Tatsächlich jedoch ist es ein prophetischer Roman, den Bettauer als Warnung an die herrschenden Zustände geschrieben hat und dessen Visionen schließlich zur Realität wurden."Die Stadt ohne Juden" war von Anfang an ein so erfolgreiches wie - natürlich - umstrittenes Buch. Begeisterten Kritiken aus Amerika standen Schmähungen des erstarkenden Nazitums gegenüber.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 12.11.2024
Ein unterhaltsames Buch mit ernstem Thema ist diese Ausgrabung laut Rezensent Tobias Lehmkuhl. Geschrieben hat sie, lernen wir, Hugo Bettauer, den eine Schmiererei ("Hinaus mit den Juden") zu einer spekulativen Romanhandlung inspirierte: Ein populistischer Kanzler namens Dr. Schwertfeger wirft die Juden hinaus - aus ganz Österreich, aber eben auch aus Wien. Das Ergebnis laut Lehmkuhl, die Handlung zusammenfassend: Wien verwandelt sich in ein großes Dorf, die Leute laufen herum wie die Bauern, die Kulturwelt geht ein, die Inflation grassiert. Verglichen mit der echten Geschichte erscheint das alles wie eine lichte Fantasie, meint der Rezensent, charmant und flink erzählt ist diese kleine Satire obendrein.
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