Aus dem Englischen von Georg Felix Harsch. Bisher hatte die historische Literatur der Wehrmacht für den Krieg gegen Frankreich im Allgemeinen ein korrektes Verhalten bescheinigt, das in scharfem Kontrast zur deutschen Kriegführung im Osten stehe. Aufgrund der Archivquellen, die Raffael Scheck erschlossen hat, ist dieses Bild nicht mehr aufrechtzuerhalten. Damit ist auch die letzte Legende der Wehrmacht, die des "sauberen Westfeldzuges", nicht länger haltbar. Die vorliegende Untersuchung belegt erstmals detailliert, dass die Wehrmacht im Mai und Juni 1940 Massaker an schwarzen Soldaten und Kriegsgefangenen verübte, die in der französischen Armee gekämpft hatten, und zeigt auf, wie weit die Nazifizierung der Truppe bereits zu diesem Zeitpunkt fortgeschritten war. Mehrere Tausend schwarze Gefangene wurden während des Feldzugs ermordet und eine unbestimmte Zahl von Schwarzen wurde erschossen, ohne Gelegenheit zu bekommen, sich zu ergeben. Oft machten die Deutsche bei der Suche nach versprengten schwarzen Soldaten keine Gefangenen. Der Autor stellt die Massaker an schwarzen Soldaten in die Kontinuitätslinie der Brutalisierung der deutschen Kriegsführung seit den Kolonialkriegen gegen die Hereros und den Maji-Maji-Aufstand. Er untersucht darüber hinaus die deutsche Propaganda gegen die sog. "Schwarze Schmach" während der Rheinlandbesetzung, welche die Stationierung der Kolonialtruppen als Verbrechen und Provokation darstellte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.10.2009
Rezensent Reiner Pommerin bespricht knapp und nüchtern "Hitlers afrikanische Opfer", Raffael Schecks Buch über die klar gegen die Genfer Konvention verstoßende Ermordung schwarzer Soldaten während des Zweiten Weltkriegs durch die Wehrmacht. Der sich auf, wie der Rezensent betont, umfangreiche Akten stützende Autor führt darin nicht nur die Gründe auf, warum schwarze Soldaten besonders brutal behandelt wurden. Pommerin hat der Arbeit auch entnommen, dass diese Massaker nach dem Ende des Krieges nicht gerichtlich verfolgt wurden.
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