Aus dem Französischen von Anne Weber. "Rimbaud der Sohn" ist eine Auseinandersetzung mit der Figur des Dichters und dem Wesen der Poesie, deren geradezu mythische Verkörperung der Dichterkomet Arthur Rimbaud im Verlauf des 19. Jahrhunderts geworden ist. Als Sohn erscheint Rimbaud in diesem Buch in mehrfacher Hinsicht: Sohn eines abwesenden Vaters und einer unzulänglichen bäuerlichen Mutter. Sohn mit einer langen Reihe von Vorfahren, die von Vergil bis zu Baudelaire reicht. Und schließlich Sohn einer anderen großen Abwesenden: der Poesie.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 02.01.2009
Etwas rästelhaft schreibt Rezensent Hans-Perter Kunisch über das 17 Jahre alte Rimbaud-Buch von Pierre Michon. Den biografischen Essay, wie Kunisch es nennt, kennt er als "herzeigenswertes Exempel" literarischer Hagiografie sehr französischer Art. Kritisch, sprachwitzig findet er den Text, spürt die Verfallenheit des Autors seinem Gegenstand gegenüber jedoch in jeder Zeile. Dass Michon nicht so sehr auf Rimbauds Herkunft abhebt, als auf dessen Konturierung durch ein Netz sozialer Beziehungen, macht für Kunisch Sinn. Vor allem, weil Michon nicht darauf verzichtet, noch die Randfiguren, etwa Theodore de Banville, scharf auszuleuchten. Oder auch mal sich selbst, als Helden-Verehrer.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.11.2008
Pierre Michons Essay über Arthur Rimbaud hat Christian Schärf sichtlich beeindruckt. Für ihn liest sich das Buch als "dithyrambischer Essay" und "reales Märchen" zugleich. Schärf sieht in Rimbaud ein Rätsel, an dem sich schon viele versucht haben: War der Dichter ein Genie oder ein Scharlatan? Klar scheint ihm jedenfalls, dass er "alle an der Nase herumgeführt" hat. Ob Michon das Rätsel Rimbaud letztlich löst, wird aus Schärfs Besprechung nicht wirklich ersichtlich. Aber er bescheinigt dem Autor, direkt auf den Mythos dieses Dichters zuzugehen und zu verdeutlichen, dass die "erreichbaren Fakten" über Rimbaud das Rätsel nicht einholen, weil uns dieses als Stoff begegne, der selbst Literatur sei.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 13.10.2008
Auf sehr viel Zuspruch stößt Pierre Michons biografischer Essay über den Dichter Arthur Rimbaud bei Rezensent Thomas Laux. Er lobt dieses kurze Dichterportrait als erfrischend anders erzählt und an "Kongenialität? grenzend. Michon erzähle eine sonst "verstaubte? Epoche der Literaturgeschichte neu. Dabei stehen nicht so sehr Rimbauds biografische Eckdaten und das schwierige Verhältnis zu den Eltern im Vordergrund, sondern die plötzliche Abkehr von der Poesie. Laux berichtet von Michons ambitioniertem Versuch, diesem mysteriösen Wandel auf den Grund zu gehen. Dabei dränge er aber keine Interpretationen auf. Michon gelingen Darstellungen von "unübertrefflicher Prägnanz?, schwärmt Laux. Von der Fachkundigkeit und dem hohen literarischen Niveau des französischen Biografen ist der Rezensent überzeugt.
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