Richard M. Meyer

Moral und Methode

Essays, Vorträge, Aphorismen
Cover: Moral und Methode
Wallstein Verlag, Göttingen 2014
ISBN 9783835315457
Gebunden, 320 Seiten, 24,90 EUR

Klappentext

"Aus der Liebe zu Sprache und Poesie ist die Philologie erwachsen und ohne sie verdorrt sie, wo noch so viele Quellen fließen." In zahlreichen philologischen Aphorismen wie diesem brachte Richard M. Meyer (1860-1914) die große Leidenschaft seines Lebens zum Ausdruck - die Literaturwissenschaft als "eine lange Liebe zur Dichtkunst". Nils Fiebig legt hier eine Quellensammlung vor, die das breitgefächerte Themenspektrum aufzeigt, aus dem sich die "lange Liebe" des Berliner Germanisten nährte: Abhandlungen über Gerhart Hauptmann, "Goethe in Venedig" und "Nietzsches Zarathustra" - für Meyer "das größte und im gewissen Sinne das einzige wahre Epos, das in der neuen Zeit entstand". Beiträge "Über den Begriff der Individualität", "Über das Verständnis von Kunstwerken" und Meyers philologische Aphorismen ergänzen die Themenpalette der Edition.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2015

Rezensent Magnus Klaue freut sich, dass von Nils Fiebig unter dem Titel "Moral und Methode" nun ein Band mit den Schriften des deutschjüdischen Germanisten Richard M. Meyer herausgegeben wurde. Der Kritiker bemerkt bei der Auswahl von Meyers Forschungsgegenständen nicht nur schnell den Deutschnationalismus des Wissenschaftlers, sondern auch die Handschrift seines akademischen Lehrers Wilhelm Scherer. Und so liest er interessiert Schriften zu Goethe und zur Weimarer Klassik, aber auch zu Gerhard Hauptmann, Friedrich Nietzsche oder Stefan George, denen der Rezensent bei aller wilhelminischen Prägung die durchaus moderne Perspektive anmerkt. Insbesondere die Traditionalismus und Moderne verknüpfenden Texte, etwa jene frühen zur Reklame, hat der Kritiker mit Gewinn gelesen. Auch wenn Klaue den Autor, der vom Wissenschaftsbetrieb ausgeschlossen blieb, nicht als großen Theoretiker würdigt, bewundert er dessen kultursoziologische Einsichten, die ihn gar an Georg Simmel oder Werner Sombart erinnern.

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