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All unsere Notizen zu den Buchkritiken in den Literaturbeilagen von FAZ, FR, NZZ, SZ, taz und Zeit.
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Patrick Bahners

Die Panikmacher

Die deutsche Angst vor dem Islam
Cover: Die Panikmacher
C. H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406616457
Gebunden, 320 Seiten, 19,95 EUR

Klappentext

Ayaan Hirsi Ali, Necla Kelek, Alice Schwarzer, Henryk M. Broder, Thilo Sarrazin, Ralph Giordano gehören zu den lautesten Beschwörern einer angeblichen Bedrohung, die von den in Deutschland lebenden Muslimen ausgeht. Doch sind ihre Argumente überhaupt empirisch belegt und schlüssig? Stehen ihre pauschalisierenden Angriffe auf eine andere Religion im Einklang mit dem Ideal einer liberalen und toleranten Gesellschaft, auf deren Verteidigung sich die gleichen Kritiker berufen? Und worauf genau wollen sie eigentlich hinaus? Patrick Bahners, Feuilletonchef der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", verharmlost nicht die Herausforderungen der Integration, aber er korrigiert die falschen Behauptungen der Islamkritik und zeigt, wie sich unter dem Deckmantel der Geistesfreiheit in Wahrheit zunehmend eine Kultur der Intoleranz ausbreitet.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.03.2011

Rezensent Joachim Güntner bedenkt Bahners? Streitschrift gegen antiislamische "Panikmacher" sowohl mit Kritik als auch mit Zustimmung. Im Blick auf Bahners Kritik an der tatsächlichen oder vermeintlichen Panikmache von Islamkritikern wie Necla Kelek, Alice Schwarzer, Thilo Sarrazin, Peter Sloterdijk, Henryk M. Broder, Ralph Giordano und anderen hält er das Werk allerdings nicht immer für angemessen. Während dem Autor die Widerlegung der Behauptung, das deutsche Rechtssystem beuge sich der Scharia, nach Ansicht von Günter vollauf gelingt, scheint ihm die Entlarvung anderer Kritikpunkte als hysterisch nicht immer überzeugend, etwa die Auseinandersetzung mit der Frauenfrage und die mit einer Macho-Kultur verbundenen Menschenrechtsverletzungen. Besonders missfällt ihm Bahners Versuch, Necla Kelek als pathologischen Fall darzustellen. Für Güntner ist dies vor allem ein "religionsfreundliches" Buch, dass dabei aber leicht die Individualrechte übersieht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.02.2011

Etwas langatmig und gelegentlich überheblich, aber dennoch wichtig findet Rezensent Christian Schlüter dieses Buch des FAZ-Feuilletonchefs Patrick Bahners. Die Debatte über den Islam in Deutschland werde genau nachgezeichnet. Außerdem beschreibe Bahners den Einfluss islamkritischer "Netzwerke" auf die Politik und analysiere die "islamophoben Wutbürger". Schlüter ist mit diesen Befunden über Necla Kelek, Henryk M. Broder und Thilo Sarrazin, die der Rezensent als "Hassprediger" bezeichnet, völlig einverstanden. Er hofft außerdem, dass die Debatte nicht wieder in eine "Schlammschlacht" ausartet.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.02.2011

Dieses Buch war "überfällig", meint Rezensent Daniel Bax, der sich mit dem Feuilletonchef der FAZ, Patrick Bahners völlig einig ist, dass Islamkritiker wie Necla Kelek, Henryk M. Broder, Ralph Giordano oder Alice Schwarzer in Sachen Islam populistische Panikmache betreiben. Der Autor rennt, wie es scheint beim Rezensenten mit seiner Kritik an der Kultur der öffentlichen Debatten, die mit Thilo Sarrazin lediglich einen finsteren Höhepunkt erlebt habe, offene Türen ein. Auch Bax ist der Ansicht, dass die Islamkritiker undemokratisch argumentieren und in ihrem Absolutheitsanspruch religiöse Züge aufweisen. Deshalb bedauert es der Rezensent umso mehr, dass Bahners seine Anklage nicht stärker durchstrukturiert hat, sich mit Anekdoten und Zitatansammlungen durch sein Thema arbeitet und auch nicht gerade einen flüssigen Schreibstil pflegt. Zudem hätte sich Bax einen Blick über den deutschen Tellerrand gewünscht: Die FPÖ in Österreich oder Geert Wilders in den Niederlanden hätten ja gezeigt, wohin die Islamkritik führt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.02.2011

In höchsten Tönen lobt SZ-Feuilletonchef Thomas Steinfeld dieses Buch von FAZ-Feuilletonchef Patrick Bahners, das ist nur recht und billig, möchte man sagen, denn Bahners zitiert seinerseits auch ja Steinfeld gern und freundlich. Für ein "Meisterwerk der Aufklärung" hält der Rezensent diese Streitschrift gegen die Kritiker des Islams (die er stets nur "sogenannte Islamkritiker" nennt): Nichts bleibe im Dunkel, jedes falsche Argument werde aufgedeckt, jedes Vorurteil widerlegt, meint Steinfeld. Die beiden sind sich einig. Bemerkenswert ist, dass sich bei Autor und Rezensent wieder ein positives Verhältnis zur Aufklärung abzuzeichnen scheint, die bei beiden in letzter Zeit vor allem von Attributen wie wie "Fundamentalismus" oder "Fanatismus" begleitet wurde. Erstaunlich auch, wie Steinfeld den "medialen Mainstream" und seine "entfesselten" Ressentiments geißelt. Auch angesichts der Macht, mit der das Buch auf den Markt und in die Medien gedrückt wird, darf man sich Steinfeld letzte Sätze über Bahners auf der Zunge zergehen lassen: "Er prüft und denkt. Er ist allein, so wie das Denken immer allein ist."
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Patrick Bahners studierte Geschichte und Philosophie an den Universitäten Bonn und Oxford. Er ist Feuilletonchef der "FAZ". mehr lesen
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