Thorsten Gerald Schneiders

Islamfeindlichkeit

Wenn die Grenzen der Kritik verschwimmen
Cover: Islamfeindlichkeit
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2009
ISBN 9783531174402
Gebunden, 482 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

"Islamkritik" ist eines der Schlagworte unserer Zeit. Doch dahinter verstecken sich oftmals nur pure Ressentiments. Zugleich lässt sich unter Muslimen eine dogmatische Verteidigungshaltung beobachten, bei der bisweilen jede Kritik von vornherein in den Wind geschlagen wird. Beide Extreme dominieren zu häufig die öffentlichen Diskussionen. Der vorliegende Band "Islamfeindlichkeit" einerseits und der dazugehörige Band "Islamverherrlichung" andererseits nehmen sie daher kritisch in den Blick: Band 1 spürt jene geistigen Strömungen auf, die antiislamische Einstellungen in Deutschland fördern. Band 2 spricht theologische Herausforderungen und Missstände in der hiesigen muslimischen Gesellschaft an - allerdings ohne Pauschalisierung, Populismus und Polemik. Das Gesamtwerk ist somit ein Appell an die Vernunft, hat aber auch dokumentarischen Charakter. In diesem Buch nun beleuchten renommierte Autoren verschiedene Aspekte vom europäischen Islamhass vergangener Jahrhunderte bis zur heutigen Hetze im Cyberspace. Ferner geht es um die Auseinandersetzung mit prominenten Protagonisten der "Islamkritik" wie Henryk M. Broder, Ralph Giordano, Necla Kelek, Hans-Peter Raddatz und anderen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2010

Patrick Bahners bespricht drei Bücher zum Thema "Islamophobie" in einer Sammelkritik, "Antisemitismus und Islamophobie" von Sabine Schiffer und Constantin Wagner, Kay Sokolowskys Buch "Feindbild Moslem" sowie Thorsten Gerald Schneiders' vorliegenden Sammelband "Islamfeindlichkeit". Alle drei Bände würdigt Bahners mit großem Wohlwollen als Anregungen zu einer für ihn dringend notwendigen "Ideologiekritik der Islamkritik". Dabei ist er sich mit den Autoren einig, dass "Islamophobie" oder "Islamfeindlichkeit" und "Antisemitismus" durchaus vergleichbar seien. Beide bedienten sich "verschwörungstheoretischer Stichworte" und beide speisten sich sowohl aus rationalistischen als auch aus christlichen Diskursen. Besonders gelegen ist Bahners an der Konstruktion einer Rückkoppelung zwischen "Autoren, die als seriöse Autoritäten der Islamkritik gelten", wie Necla Kelek und rechten Webseiten wie "Politically Incorrect". Besonders unterstützenswert findet Bahners in diesem Band die Argumentation der Autorin Birgit Rommelspacher, die der Islamkritik vorwerfe, "Panikargumentationen" in die Debatte einzuführen, die dann wieder von der extremen Rechten dankbar aufgegriffen würden. Dies ist überhaupt ein Punkt, der Bahners wichtig ist: Er empfiehlt, die "weltanschaulichen Antriebe der Protagonisten" genau zu untersuchen, um so die Parallele zwischen Antisemitismus und Islamophobie theoretisch zu grundieren. Er hat aber auch einige schwer verständliche Kritikpunkte an dem Band. Als pikant darf Bahners' scharfe Kritik an Kelek gelten, weil andere Kräfte in der FAZ-Feuilletonredaktion ihr immerhin noch die Möglichkeit geben, sich in dieser Zeitung zu äußern.
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