Sabine Schiffer, Constantin Wagner

Antisemitismus und Islamophobie

Ein Vergleich
Cover: Antisemitismus und Islamophobie
HWK Verlag, 2009
ISBN 9783937245058
Gebunden, 260 Seiten, 24,80 EUR

Klappentext

Dieses Buch beginnt damit, systematisch Gemeinsamkeiten, als auch Spezifika von Antisemitismus und Islamophobie herauszuarbeiten. Neben den historisch ausgerichteten Diskursanalysen beschäftigen sich die Autoren mit vielen aktuellen Diskussionen vor allem in Deutschland. Sie tragen eine Fülle von Material zu den Themen Antisemitismus, Islamfeindlichkeit, Rassismus, Gruppendynamik, diskriminierende Diskurse und Feindbilder zusammen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 01.03.2010

Patrick Bahners bespricht drei Bücher zum Thema "Islamophobie" in einer Sammelkritik, Thorsten Gerald Schneiders voluminösen Sammelband "Islamfeindlichkeit", Kay Sokolowskis "Feindbild Moslem" und den vorliegenden Band "Antisemitismus und Islamophobie". Alle drei Bände würdigt er mit großem Wohlwollen als Anregungen zu einer für ihn dringend notwendigen "Ideologiekritik der Islamkritik". Dabei ist er sich mit den Autoren einig, dass "Islamophobie" oder "Islamfeindlichkeit" und "Antisemitismus" durchaus vergleichbar seien. Beide bedienten sich "verschwörungstheoretischer Stichworte" und beide speisten sich sowohl aus rationalistischen als auch aus christlichen Diskursen. Besonders gelegen ist Bahners an der Konstruktion einer Rückkoppelung von "Autoren, die als seriöse Autoritäten der Islamkritik gelten", wie Necla Kelek mit rechten Webseiten wie "Politically Incorrect". Autoren wie Kelek, so Bahners, seien es eben, die die "verschwörungstheoretischen Stichworte" lieferten und untermauerten. Am Band Sabine Schiffers, die er als "Medienwirkungsforscherin" vorstellt, hat Bahners allenfalls eine kleine Kritik anzumelden: Sie wolle religiöse Motive als Erklärung für die Frauenunterdrückung in muslimischen Kulturen ganz ausklammern. So weit will er selbst nicht gehen. Als pikant darf Bahners' scharfe Kritik an Kelek gelten, weil andere Kräfte in der FAZ-Feuilletonredaktion ihr immerhin noch die Möglichkeit geben, sich in dieser Zeitung zu äußern.
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