Aus dem Türkischen von Monika Carbe. Mit einem Nachwort von Gürsel Aytac. Der Ingenieur und Mathematiker Mustafa Inan ist ein Universalgelehrter: Zwar fiel er mit vier Jahren vom Dach, und sein Vater bezweifelt zeit seines Lebens, dass aus dem schwächlichen Jungen noch etwas Rechtes wird. Doch bald machen ihn sein mathematisches Genie, sein phänomenales Gedächtnis und seine eiserne Willenskraft zur Legende. Eine Promotion an der ETH Zürich befördert seine wissenschaftliche Karriere an der Technischen Universität Istanbuls, wo er schließlich Dekan und Rektor wird. Der eigenwillige Forscher und Lehrer verzweifelt jedoch an der Denkfaulheit, die sich in den Köpfen der Dozenten und Studenten wie eine Geisteskrankheit eingenistet hat. Unermüdlich sucht er nach einer Möglichkeit, die Logik Einsteins und die intuitive Weisheit der Sufi-Mystiker miteinander in Einklang zu bringen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 15.06.2010
Martin Zähringer hat diesen biografischen Roman Oguz Atays über den türkischen Mathematiker Mustafa Inan ganz gern gelesen. Das Leben dieses Technik-Pioniers und Salonlöwen, der sich zeitlebens um eine Überwindung des Bruchs zwischen Geistes- und Naturwissenschaften bemühte, ist kaum dokumentiert, weshalb sich sein bereits 1977 gestorbener Schüler Atay, der zu den wichtigsten türkischen Autoren der 70er Jahre zählte, vor allem auf Gespräche mit der Frau und Bekannten Inans stützt, informiert der Rezensent. Atay stellt das Leben des Mathematikers und späteren Rektors der Technischen Universität in Istanbul im Gespräch zwischen einem Professor und einem Studenten dar, lässt Zähringer wissen. Die gewählte Form des dialogischen Bildungsromans findet der Rezensent allerdings nicht wirklich spannend, und mitunter stört ihn der allzu "pädagogische" Ton, dafür aber zeigt er sich von der warmen, einfühlsamen Erzählweise Atays sehr eingenommen.
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