Die Heilige Moschee in Mekka, die Prachtbauten der Kalifen in Damaskus, die Wolkenkratzer im heutigen Dubai: Die Zeugnisse islamischer Kunst, Kultur und Architektur besitzen weltweite Strahlkraft. Anhand fünfzehn ihrer wichtigsten Städte und deren Entwicklung im Laufe der Jahrhunderte erzählt Justin Marozzi die Geschichte dieser einzigartigen Zivilisation. Dem westlichen Blick auf einen vermeintlich rückständigen Orient hält er ihre Vielfalt und Errungenschaften entgegen: die Gelehrten, die sich im Haus der Weisheit in Bagdad versammelten, oder das friedliche und tolerante Zusammenleben unter muslimischer Herrschaft in Córdoba. Er folgt den Spuren des mongolischen Welteroberers Timur zu den blauen Kuppeln in Samarkand, erzählt von den erbitterten Kämpfen um die Heilige Stadt Jerusalem zur Zeit der Kreuzzüge und berichtet von der Entstehung einer islamischen Moderne in Beirut, dem Paris des Nahen Ostens. Von der Geburtsstunde der neuen Religion führt uns Marozzi über das Zeitalter der islamischen Aufklärung und imperialen Ausdehnung bis hin zu den politischen und theologischen Brüchen und Erneuerungen in der Gegenwart. So entsteht ein einmaliges und epochenübergreifendes Panorama.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.04.2021
Für die Rezensentin Sonja Zekri ist Justin Marozzis Buch ein historischer Reiseführer in den Islam. Der Leserin wünscht Zekri allerdings starke Nerven angesichts all der blutrünstigen Beschreibungen von Massakern und ihrer Kontrastierung mit der Pracht an den Herrscher-Höfen. Weitgehend instruktiv findet sie dagegen Marozzis Ordnung nach Epochen und Städten. Allerdings gibt Zekri zu bedenken, dass Damaskus im 8. Jahrhundert überwiegend christlich war. Über den Niedergang muslimischer Gesellschaften erfährt sie bei Marozzi leider fast nichts, lehrreich findet sie das Buch insgesamt aber dennoch.
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