Handelskonflikte und Wirtschaftskriege sind aktuell in aller Munde. Mit US-Präsident Donald Trump sind wirtschaftliche Strafmaßnahmen als Mittel zur Durchsetzung eigener Interessen wieder zurück in der Weltpolitik - mit unabsehbaren Folgen für den Wohlstand der Nationen und die internationale Stabilität. Nils Ole Oermann und Hans-Jürgen Wolff zeigen, wie die unterschiedlichen Arten von Wirtschaftskriegen rechtlich, ethisch, ökonomisch und politisch einzuordnen sind. Die Autoren beschreiben anschaulich die gravierenden Folgen von Wirtschaftskriegen in Geschichte und Gegenwart und erläutern, wie heutige Streitigkeiten mit der Globalisierung und mit internationalen Konflikten seit 1989 zusammenhängen. Sie legen außerdem dar, was die westlichen Demokratien tun sollten, um eine Verschärfung zu vermeiden und sich im Wettbewerb der Wirtschafts- und Gesellschaftssysteme zu behaupten.
Bereits vor Zeiten der Globalisierung lässt sich ein großer Teil der Weltgeschichte in Zusammenhang von Krieg, Handel und Piraterie betrachten. Auch wenn Wirtschaftsbeziehungen intensiv sind, schützen sie nicht vor Krieg, sondern können sich zu dessen Auslöser auswachsen. Die Grenzen zwischen konstruktivem und destruktivem Verhalten der Nationen sind fließend, Kooperation und Konfrontation mischen sich kontinuierlich. Die Autoren analysieren die Erscheinungsformen von Wirtschaftskriegen, welche Faktoren eine Rolle spielen und welche Wirkungen sie haben.
Rezensent Thomas Fromm ist klar, dass der Ethiker Nils Ole Oermann und der Rechtshistoriker Hans-Jürgen Wolff die Sorgen des Lesers wegen eines drohenden globalen Handelskriegs nicht verkleinern können. Sie besser verständlich machen, das vermögen die Autoren aber sehr wohl, versichert Fromm, etwa, indem sie ausführlich zeigen, wie Wirtschaft, Geopolitik und militärische Eskalation zusammenhängen. Die Beispiele Frankreich zur Zeit des Merkantilismus und China vs. USA heute lassen Fromm erahnen: Handelskriege kennen keine Sieger. Was Trump eigentlich im Schilde führt, vermittelt das Buch dem Rezensenten allerdings auch: Es geht um Wählerstimmen.
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