Reinhard Mohn

Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers

Cover: Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers
C. Bertelsmann Verlag, München 2003
ISBN 9783570007334
Gebunden, 256 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Unternehmer übernehmen in der Regel lieber Firmen als gesellschaftliche Verantwortung. In einem ordnungspolitischen Entwurf plädiert Reinhard Mohn für die "menschliche Alternative" in Staat, Wirtschaft und Gesellschaft. "Eine auf Menschlichkeit ausgerichtete Kultur besitzt die Fähigkeit, große Kräfte durch Motivation und Identifikation der Menschen zu aktivieren." So das Fazit von Reinhard Mohn, einer der bedeutendsten deutschen Unternehmerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Alte machiavellistische Tugenden wie zügelloses Machtstreben, hierarchische Strukturen und Gewinnmaximierung bremsen die Entwicklung zur erfolgreichen Bürgergesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 12.04.2003

Reinhard Mohns "Die gesellschaftliche Verantwortung des Unternehmers. C. Bertelsmann", ein Plädoyer für eine Unternehmenskultur des Staates, ist nach Ansicht von Rezensent Ralf Altenhof reichlich misslungen. Zwar sei vielem, was Mohn vertrete, beizupflichten, meint Altenhof, gleichwohl bleibe einiges im Vagen. So moniert Altenhof insbesondere die Neigung des Autors, die Schlagworte aneinander zu reihen, ohne wirklich konkret zu werden. Zudem bezweifelt er generell, ob sich die Unternehmenskultur einfach so auf den Staat übertragen lässt, wie Mohn glauben machen will. Von den inhaltlichen Fragwürdigkeiten mal abgesehen, hält Altenhof das Buch vor allem in formaler Hinsicht für schlecht: eine zerstückelte Gliederung, kein roter Faden, ständige Wiederholungen, eine Unmenge an Ausrufezeichen kennzeichnen das Werk, das offenbar ohne Lektor zustande kam. "Man fragt sich", so Altenhof verwundert, "was für Leute Mohn um sich hat, dass diese Publikation nicht verhindert wurde." Der Bertelsmann-Chef glaube offenbar, wer einen Medienkonzern erfolgreich leiten kann, könne auch gute Bücher schreiben. Für Altenhof ganz eindeutig ein "Trugschluss".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.02.2003

Reinhard Mohn war im Nachkriegsdeutschland ein revolutionärer Unternehmer. Das aber ist fünfzig Jahre her, meint Karen Horn, und spätestens seit der mit der Entlassung Thomas Middelhoffs einhergehenden Besinnung auf die nächste Verwandtschaft zeigen sich die eher rückwärts gewandten Züge seines Managementverständnisses. Die Skepsis, die mit dieser jüngsten Volte verbunden ist, werde durch dieses Buch, so die Rezensentin, eher bestärkt. "Neue Ideen" gebe es nicht und die alten, die zum wiederholten Male ausgebreitet werden, seien weder präzise formuliert noch "stringent" gegliedert. Sie fügen sich so nie zu einem halbwegs konsistenten Bild heutigen Unternehmertums. Mohn schreibe sprunghaft, mit allzu vielen Ausrufezeichen, die die argumentative Leere nicht verbergen können. Mohn kritisiert die "Ruhmsucht" des Führungspersonals (das betrifft wohl Wössner wie Middelhoff) - allerdings finden sich gleichlautende Passagen, darauf macht Horn aufmerksam, bereits in einem Buch Mohns von 1986. An Eitelkeit aber, stellt die Rezensentin fest, fehlt es auch Mohn keineswegs. Kurz und bündig resümiert sie: "Die Lektüre ist quälend."
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