Mit Beiträgen von Wilfried Loth, Thomas W. Zeiler, John R. McNeill, Peter Engelke, Petra Gödde und Akira Iriye. Aus dem Englischen von Thomas Atzert und Andreas Wirthensohn. Mit dem Band "Die globalisierte Welt" wird die große, auf insgesamt sechs Bände angelegte Geschichte der Welt fortgesetzt. Die Zeit seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs, also die unmittelbare Vorgeschichte unserer Gegenwart, setzt den Trend zur transnationalen Vernetzung der Welt fort, den bereits der Vorgängerband für die Jahre von 1870 bis 1945 beschrieben hatte. Die Weltpolitik im Zeichen des Kalten Krieges, die ökonomische Globalisierung, der dramatische Wandel der Erde mit einer Verdoppelung und dann Verdreifachung der Weltbevölkerung innerhalb weniger Jahrzehnte sowie einer explosionsartigen Zunahme aller Arten von Umweltbelastungen bis hin zur Klimaerwärmung und Reaktorkatastrophen, die Herausbildung einer globalen Kulturgemeinschaft bei gleichzeitiger, teilweise offensiv behaupteter Diversität - all diese Megatrends der Weltgeschichte seit 1945 sind Gegenstand dieses ungewöhnlich reichen und neue Perspektiven eröffnenden Bandes.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2013
Martin Albers rät, das Buch nicht am Stück zu lesen, denn größere Zusammenhänge, gar chronologisch geordnete, kann er nur schwer ausmachen in dieser von Akira Iriye und Jürgen Osterhammel mit diesem Band über die Welt seit 1945 abgeschlossenen Globalgeschichte. Dafür bieten ihm die sich stark unterscheidenden inhaltlichen Schwerpunkte allerdings genau die Vielfalt und Unzusammengehörigkeit der Dimensionen, die ihm für die Welt seit '45 ausschlaggebend erscheint. Verständlich werden Albers die Globalisierung und ihre Ausprägungen etwa in Wilfried Loths präziser Darstellung des Kalten Krieges, in Thomas Zeilers Beschreibung der Weltwirtschaft oder in Iriyes Überlegungen zu einem transnationalen Bewusstsein. Warum die Globalisierung der Finanzwelt oder das Thema Sozialstaat nicht vorkommt, fragt sich der Rezensent gleichwohl.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 03.12.2013
Der Augsburger Historiker Dietmar Süß begrüßt diesen neuen Band der großen von Akira Iriye und Jürgen Osterhammel herausgegebenen Weltgeschichte mit großem Wohlwollen. In unterschiedlichen Thematiken untersuchen Spezialisten das Entstehen eines "Menschheitsgefühls" nach 1945, so der Rezensent, der diesen Begriff Iriyes zwar ein wenig pathetisch, aber für die Geschichtsschreibung fruchtbar findet. Süß greift thematisch den Kampf um Rohstoffresourcen, die Globalisierung von Solidarität und Hilfe, etwa nach Naturkatastrophen, die Zerstörung von Landschaft durch Atomtests im Kalten Krieg oder den Klimawandel heraus. Ausführlicher geht er auch auf Petra Göddes Beitrag zur Kultur ein, der offenbar optimistisch ist und keine Gefahr einer universellen "Mcdonaldisierung" an die Wand malt. Ob im Band auch Themen wie etwa die Zumutungen von Religion und der daraus folgenden Clashs thematisiert werden, lässt Süß offen.
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