Die erste umfassende Hebbel-Biografie stellt den exzentrischen Intellektuellen und Dichter vor, zeigt die Brisanz seiner Themen und interpretiert das Werk neu.
Monika Ritzer erschließt die Brisanz seines Denkens und zeigt Leben und Werk im Spektrum einer kulturell wie politisch dynamischen Ära, die Hebbel, Zeitgenosse von Wagner und Marx, als Künstler wie als Journalist aktiv mitgestaltete.
Das Buch folgt den Lebensstationen (Hamburg, Heidelberg, München, Kopenhagen, Paris, Rom, Neapel, Wien und London) und wendet sich mit aktuellen Interpretationen an Experten und Liebhaber des Theaters, auf dem Hebbels Stücke international präsent sind ("Judith", "Maria Magdalena", "Nibelungen").
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.07.2019
Die letzte Hebbel-Biografie erschien 1877 - höchste Zeit also für eine neue, findet Rezensentin Daniela Strigl und ist umso dankbarer, dass sich mit Monika Ritzel nicht nur die Herausgeberin der neuen historisch-kritischen Ausgabe, sondern auch eine ausgemachte "Hebbel-Expertin" ans Werk gemacht hat. Auf knapp 800 Seiten liest die Kritikerin von Geburt und Jugend über die entbehrungsreichen Jahre, in denen Hebbel von seiner Hamburger Geliebten Elise Lensing unterstützt wurde bis zum Durchbruch im Wiener Literaturbetrieb alles, was sie über den eigensinnigen Autor wissen muss. Mehr noch: Hebbels Kunstbegriff kann ihr die Autorin kenntnis- und zitatreich darlegen, auch Ritzers Exkurse in Hebbels Prosa und Lyrik liest Strigl mit Gewinn. Dass die Autorin einige Vorkenntnisse voraussetzt und auf ein Werkregister verzichtet, findet die Kritikerin zwar schade, dennoch empfiehlt sie diese "im besten Sinne ungermanistische", aber trotzdem gedankenreiche Biografie mit Nachdruck.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.02.2019
Steffen Martus fragt sich beim Lesen von Monika Ritzers Hebbel-Biografie, der ersten seit hundert Jahren, wie Martus feststellt, was der Dramatiker mit Sinn fürs Eckige wohl literarisch aus unserer Krisen-Zeit gemacht hätte. Den Individualisten Hebbel kann ihm Ritzer im beherzten Rückgriff auf Selbstzeugnisse des Autors nahebringen, eine Dichterkarriere im 19. Jahrhundert wird für Martus sichtbar. Die Kunst, Hebbel dabei nicht zu paraphrasieren, beherrscht Ritzer laut Martus nicht durchweg, sondern folgt Hebbel allzu oft in seiner Selbsteinschätzung. Ertragreich scheint das Martus dennoch, zumal die Autorin exkursartig das Werk behandelt. Auf die Art taugt der Band auch als Handbuch, so Martus.
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