Die römische Republik war zur Zeit Caesars am Ende dieser Eindruck jedenfalls ergibt sich, wenn man sie unter strukturellen Gesichtspunkten analysiert; andererseits aber suggeriert der Quellenbefund auf den ersten Blick das Gegenteil. Die deutschsprachige Forschung der letzten Jahrzehnte hat versucht, dieses Dilemma dadurch zu überwinden, dass der Übergang zur Monarchie prozessualisiert wurde; in chronologischer Abfolge suchte man Stationen einer Entwicklung festzumachen, und die Diktatur Caesars nahm dabei eine prominente Rolle ein. Die vorliegende Untersuchung geht einen anderen Weg, um Caesars Rolle und das Phänomen der Etablierung der Monarchie in Rom zu erfassen: Aus einer dezidiert kaiserzeitlichen, d.h. monarchischen Perspektive wird auf Caesar, seine Kommunikationsweise und seine Handlungsspielräume geblickt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.01.2015
Die Aufgabe, in der Vielzahl von teils äußerst abseitigen Untersuchungen zu Caesar einen interessanten neuen Aspekt einzubringen, ist dem Tübinger Althistoriker Mischa Meier bravourös gelungen, findet Rezensent Uwe Walter. In dem Band "Caesar und das Problem der Monarchie in Rom" folgt er interssiert Meiers These, dass Caesars Handlungsrahmen zwar schon ein monarchischer gewesen sei, Denken und Bewusstsein der Handelnden aber diesem Stand noch nicht Schritt halten konnten. Und so lernt der Kritiker in dieser ebenso schlüssigen wie aufschlussreichen Untersuchung, weshalb Caesar seine Entscheidungen häufig nur durchsetzen konnte, ohne sie zu begründen. Auch wenn nach der Lektüre nicht alle Fragen restlos geklärt scheinen, hat der Kritiker dieses Buch mit großem Interesse gelesen.
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