Roms Aufstieg zur Weltmacht verlief über viele Stationen auf einem langen, wechselvollen Weg aus kleinen bäuerlich-landstädtischen Anfängen bis hin zum antiken Großreich. Die entscheidenden Weichenstellungen in diesem historischen Prozess erfolgten in der Zeit der römischen Republik. Diese Epoche bildet das Thema des opus magnum von Klaus Bringmann. Überblicksdarstellungen längerer Zeitspannen wechseln sich ab mit der Schilderung bedeutender, folgenreicher Ereignisse der inneren und äußeren Geschichte - wie etwa des Krieges gegen Karthago. Die besondere Stärke des Werkes liegt darin, dass es soziale, wirtschaftliche, rechtliche, kulturelle und religiöse Entwicklungen der Epoche stets miteinbezieht und erläutert. So entsteht ein vielschichtiges, farbiges Bild der römischen Republik
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2003
Rezensent Wilfried Nippel ist mit Klaus Bringmanns "Geschichte der römischen Republik" nicht wunschlos glücklich. Wie er ausführt, stellt Bringmann die Rückwirkungen der äußeren Expansion der römischen Republik auf die inneren Verhältnisse in den Vordergrund. Für Bringmann stehe fest, dass die von Augustus geschaffene Verfassung die einzig denkbare Lösung war. Nippel hebt hervor, dass Bringmann die Verhältnisse der frühen Republik, die sich wegen der Quellenlage nur hypothetisch rekonstruieren ließen, "in konzisen Aufrissen" zu den gesellschaftlichen Strukturen, zum Institutionensystem, zum Heerwesen und zu den Methoden der Integration des ständig erweiterten Herrschaftsraums skizziere. Obwohl hier viele Fragen in der Forschung höchst umstritten sind, verzichtet Bringmann zum Bedauern Nippels auf eine Erörterung, wie er zu seinen Deutungen kommt, und warum er sie alternativen Rekonstruktionen vorzieht. Gerade weil Bringmann eine Darstellung gelingt, die auch für ein breites Publikum ohne Fachkenntnis gut nachvollziehbar ist, klagt Nippel, "hätte man sich gewünscht, dass er die Leser stärker mit den Problemen der Rekonstruktion und Interpretation von Strukturen, Ereignissen und Prozessen sowie der Kontingenz von Entwicklungen vertraut gemacht hätte".
Rezensionsnotiz zu
Die Zeit, 12.12.2002
Für Manfred Clauss hat Klaus Bringmann ein "großes Werk über Aufstieg und Krise der römischen Republik" vorgelegt. Die Darstellung kennzeichne eine gelungene Mischung aus "länger erzählenden Partien" und abwägender Analyse, wobei Bringmann stets "mit einer gesunden Skepsis" gegenüber "historischen Konstrukten" den übergeordneten Zusammenhang im Blick habe. Der Aufstieg Roms zur Weltmacht werde umsichtig dargestellt. Souverän zeige der Autor in dem umfangreichsten Teil der Arbeit "die Krise der Republik und ihre Ursachen" und erkläre plausibel, wie die politische Ordnung an einem "unbewältigten Reformstau" zerbrach. Insgesamt liegt für Clauss "ein klar strukturiertes, klug durchdachtes und glänzend geschriebenes Buch" vor. An Einwänden hat Clauss nur kleinere inhaltliche Differenzierungen vorzutragen.
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