Karl-Joachim Hölkeskamp

Rekonstruktionen einer Republik

Die politische Kultur des antiken Rom und die Forschung der letzten Jahrzehnte
Cover: Rekonstruktionen einer Republik
Oldenbourg Verlag, München 2004
ISBN 9783486644395
Kartoniert, 146 Seiten, 34,80 EUR

Klappentext

Die politische Kultur der römischen Republik ist derzeit eines der großen Themen der Alten Geschichte. Karl-Joachim Hölkeskamps Verdienst ist es, eine Bilanz der internationalen Debatte zu ziehen und dabei zugleich Probleme, aber auch Perspektiven für die zukünftige Forschung aufzuzeigen. Im Mittelpunkt stehen nicht länger Einzelprobleme des politischen Systems, sondern der Blick auf grundsätzliche Fragen, etwa auf Status, Rollen, Funktionen und Interaktionen von Volk und Volksversammlung, Senat und Magistraten. Sichtbar werden Konzepte für eine moderne Strukturgeschichte des antiken Rom.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.09.2004

Historisch Interessierte, aufgepasst! Uwe Walter führt die Leser seiner Rezension in eine offenbar seit Jahren währende Fachdebatte über die politische Ordnung der römischen Republik ein, die zuletzt der britische Historiker Fergus Millar anführte, indem er die römische Republik als Demokratie bezeichnete. Das war ganz schön dreist, findet auch Uwe Walter und begrüßt die fällige Widerlegung Millars durch den Kölner Historiker Hölkeskamp. Der leistet darüber hinaus noch viel mehr, stellt Walter lobend heraus: nämlich eine Bündelung der jüngsten Forschungen zur politischen Kultur Roms vor Augustus, eine Anknüpfung an den mittlerweile 40 Jahre alten "Neuansatz" des Althistorikers Christian Meier sowie eine kulturalistische Volte, die soziologische Kriterien wie Konkurrenz und Wettbewerb zur "Selbstkonzeptualisierung der Römer und ihren Inszenierungen der Macht" einführt. Das Fazit Walters, das er aus Hölkeskamps Untersuchung schlussfolgert: die römische Republik kann weiter als aristokratisch-oligarisches System gelten. Punkteverlust für die Engländer.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.05.2004

Recht aufschlussreich findet Rezensent Egon Flaig dieses Buch, in dem sich Karl-Joachim Hölkeskamp mit der in der englischen Forschung zur römischen Republik weit verbreiteten Meinung auseinandersetzt, die römische Republik sei eine Demokratie gewesen. Hölkeskamp könne demgegenüber aufzeigen, dass die römische Republik, die auf der politischen Ungleichheit seiner Bürger fußte, keineswegs als Demokratie bezeichnet werden könne. Hölkeskamp Darlegungen sind für Flaig auch ein Beispiel für die Ergiebigkeit theoriegeleiteter Forschung, die auf Soziologie, historische Semantik und politische Semiotik zurückgreift, um die politische Kultur dieser aristokratischen Republik zu erschließen. Geradezu dankbar ist er dem Autor für dessen "knappe Darstellung", den "klaren Aufbau" und "nicht zuletzt seine entschiedene Stellungnahme".
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