Hans Beck

Karriere und Hierarchie

Die römische Aristokratie und die Anfänge des cursus honorum in der mittleren Republik
Cover: Karriere und Hierarchie
Akademie Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783050041544
Gebunden, 452 Seiten, 69,80 EUR

Klappentext

Das Wichtigste im Leben eines römischen Aristokraten war seine Karriere. Im Konkurrenzkampf um Ansehen, Ehre und Ruhm konnte in der römischen Republik nur bestehen, wer von jungen Jahren an eine erfolgreiche politische Laufbahn einschlug, und das heißt: wer sich erfolgreich um die öffentlichen Ämter bewarb. In der mittleren Republik gab es jedoch keine systematische Rangordnung dieser Ämter in Form eines cursus honorum - eine Vereinheitlichung wurde erst mit der lex Villia annalis des Jahres 180 v. Chr. angestrebt. Das Buch von Hans Beck untersucht erstmals den Verlauf politischer Karrieren in der mittleren römischen Republik. Im Zentrum des ersten Teils steht die Frage nach den wechselnden Karrierechancen und -bedingungen, unter denen der politische Wettbewerb in Rom ausgetragen wurde. Die Magistraturen wurden für die Oberschicht im Laufe der Zeit auch insofern konstitutiv, als sie die Zugehörigkeit zur Aristokratie und ihre innere Rangordnung bestimmten. Mit der Entstehungsgeschichte des cursus honorum steht demnach auch der Grundcharakter des römischen Adels insgesamt auf dem Prüfstand. Der zweite Teil umfaßt zehn Einzelstudien zu den Karrieren der berühmtesten Männer der mittleren Republik, angefangen mit Appius Claudius Caecus über Fabius Maximus und Scipio Africanus bis hin zu Titus Quinctius Flamininus. Diese Kurzbiographien bieten gleichzeitig einen Überblick über die römische Geschichte in der Ära der ersten beiden Punischen Kriege. Während dieser Zeitabschnitt oft als klassische oder harmonische Phase verstanden wird, zeigt Hans Beck den rasanten Wandel auf, dem die innere Ordnung in dieser Epoche ausgesetzt war.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.01.2006

Nicht weniger als ein "Durchbruch" sei Hans Beck bei einer wesentlichen Frage seines Themas gelungen, meint anerkennend Rezensent Wolfgang Schuller. Die Richtlinien bei der Vergabe öffentlicher Ämter in alten Rom sei seit dem Jahr 180 vor Christus von einem Gesetz geregelt gewesen. Allerdings sei man bisher davon ausgegangen, dass damit nur eine normale Praxis fixiert worden sei. Dies sei aber "nicht im entferntesten" so gewesen, berichtet der Rezensent. Aus Sicht des Rezensent liegen die Stärken des Autors in seiner "handwerklich sauberen" Arbeit und in einer "konkreten und plastischen Darstellungskunst". Beides stelle er insbesondere in den 10 Unterkapiteln zu den Karrieren bedeutender Senatoren unter Beweis. An einem Beispiel demonstriert der Rezensent, wie die "pragmatisch-solide Arbeitsweise" den Autor sogar davor bewahrt hätten, der These von der völligen Bedeutungslosigkeit der Volksversammlung uneingeschränkt zuzustimmen. Kritischer sieht der Rezensent Becks Sprache, sobald sie sich "über das Konkrete hinausbegibt". Hier zeigt sich Schuller irritiert von einem gelegentlich "völlig überflüssigen Jargon", der etwa recht unmotiviert Modebegriffe eines Bourdieu verwendet.
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