Anthony Everitt

Cicero

Ein turbulentes Leben
Cover: Cicero
DuMont Verlag, Köln 2003
ISBN 9783832178048
Gebunden, 454 Seiten, 34,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Kurt Neff. Marcus Tullius Cicero: Ein Politiker, der gleich zweimal an die Macht gelangte, ein brillanter Redner und Schreiber. Ciceros Reden und Ideen haben die Werte der europäischen Zivilisation zweitausend Jahre lang beeinflusst. Seine Biografie erzählt zugleich die spektakuläre Geschichte vom Niedergang der Römischen Republik: Wir erleben Cicero, wie er den vermeintlich unbestechlichen Brutus des Betrugs überführt, wie er eine sexuelle Eskapade des jungen Marcus Antonius beendet, wie er nach Julius Cäsars Ermordung Rom in einem Augenblick höchster Gefährdung stabilisiert und vergeblich den Bürgerkrieg zu verhindern versucht. Die Figur, die Anthony Everitt vorstellt, ist durch und durch menschlich, oft zaudernd, prahlerisch aus Unsicherheit und emotional trotz der stoischen Fassade.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.08.2003

Gar nicht glücklich ist Manfred Fuhrmann mit Anthony Everitts Buch über Cicero, das er zusammen mit anderen Neuerscheinungen über die Antike bespricht. Everitt ist weder Althistoriker noch Altphilologe, hält Fuhrmann fest, was nicht so schlimm wäre, wenn er denn wenigstens ein Gespür für die dramatisch-widersprüchliche Gestalt des Cicero hätte. Doch weder nehme er Anstoß an den "seine Größe entstellenden Schwächen" noch spiele Mommsens berühmtes Verdikt eine Rolle, nach dem Cicero als Staatsmann "ohne Einsicht, Ansicht und Absicht" gewesen sei. Übrig bleibt für Fuhrmann genau das, was der Untertitel ankündigt: ein turbulentes Leben. Immerhin gesteht Fuhrmann Everitt  zu, sich mit dem Leben seines Helden doch ein wenig vertraut gemacht zu haben: "Das Detail stimmt; die überlieferten Fakten werden zuverlässig wiedergegeben."

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 07.07.2003

Jürgen Busche bricht in seiner Kritik dieser Lebensbeschreibung Ciceros eine Lanze für die Kunst der Biografie - eine literarische Richtung, die, wie er findet, hierzulande gänzlich unterentwickelt ist. Deshalb betont er zwar, dass die vorliegende Cicero-Biografie des britischen Autors Anthony Everitt keine Meisterleistung ist und dem Fachmann wohl auch kaum Neues zu bieten hat. Dennoch ist das Buch "ein ganzes Stück besser" als vergleichbare deutsche Werke, so der Rezensent nachdrücklich. Und das, obwohl Busche bei Everitt sogar ein paar "gravierende Fehler" gefunden hat. Allerdings, verteidigt Busche den Autor, sei es genauso gut dem deutschen Lektorat anzulasten, wenn zum Beispiel zu lesen sei, Pharaonen hätten noch im 1. Jahrhundert v. Chr. in Ägypten regiert.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.05.2003

Der Publizist Everitt verspricht, erfahren wir von Wolfgang Will, mit diesem Buch eine "Rehabilitation" Ciceros vorzulegen sowie ein "Lebensbild auf der Basis der 'Briefe, Reden und Schriften'"; und der Verlag hat das Buch darüber hinaus dann auch noch als eine "Alltagsgeschichte" angekündigt. "Die Messlatte liegt damit so hoch", witzelt der Rezensent, "dass der Autor bequem unter ihr durchschreiten kann." Everitts Darstellung des Politikers Cicero etwa biete "nur einen verballhornten Hegel"; über Inhaltsangaben, "die sich wie Zusammenfassungen aus Literaturgeschichten lesen", komme der Autor nicht hinaus. Selbst wer "nur einige wenige Neubewertungen erhofft, wird enttäuscht". Everitt habe ein konventionelles Lebensbild geschrieben und die Quellen böten entgegen der Ankündigung nur Zierat. Und schließlich, kritisiert Will, habe dann auch noch der Übersetzer "nicht selten den genauen Fachbegriff" verfehlt. Konzedieren will der Rezensent dem Buch nur, dass es sich immerhin "flüssig liest".
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