Ulrich Schmitzer

Velleius Paterculus und das Interesse an der Geschichte im Zeitalter des Tiberius

C. Winter Universitätsverlag, Heidelberg 2000
ISBN 9783825310332
Kartoniert, 347 Seiten, 39,88 EUR

Klappentext

Velleius Paterculus ist einer größeren Öffentlichkeit hauptsächlich als Gewährsmann für die Schlacht im Teutoburger Wald bekannt, war er doch unmittelbarer Zeitgenosse dieser römischen Katastrophe. Doch darüber hinaus liefert er anderweitig nicht zu gewinnende Einblicke in die geistige Verfassung der frühen Kaiserzeit in Rom. Seine »Historia Romana« ist eine Universalgeschichte, die von der Apotheose des Herakles bis in die Regierungszeit des von ihm geschätzten Tiberius reicht. Diese loyale Haltung stellt eines der wenigen nicht verlorenen Zeugnisse für eine breite gesellschaftliche Grundströmung der Prinzipatszeit dar und liefert für die moderne Forschung eine wichtige Ergänzung zu ihrer negativen Beurteilung bei Tacitus. Eigenständigkeit beweist Velleius vor allem in der nach literarischen Prinzipien durchgeführten Organisation des Materials und in seinem Interesse an kulturhistorischen Themen. Velleius? Werk verdient es, nicht nur als Füllmaterial für Fußnoten und Gegenstand der Quellenkritik Verwendung zu finden, sondern als ein interpretationsfähiger und interpretationsbedürftiger Text sui iuris ernst genommen zu werden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 29.01.2001

Karl Christ lobt die Studie über das 1515 wiederentdeckte Geschichtswerk des Velleius Paterculus für ihre Sorgfalt und die "subtilen Interpretationen", auch wenn er mitunter auf "überspannte" Deutungen in dieser Habilitationsschrift gestoßen ist. Der Autor - ausgewiesener Ovid-Spezialist - hat sich bei seiner Untersuchung des schmalen Geschichtsbuchs besonders für die "literarische Gestaltung" und stilistischen Besonderheiten interessiert, wofür er als Altphilologe auch prädestiniert ist, so der Rezensent. Ihm fällt positiv auf, dass Schmitzer dabei die Bedeutung des Werks, dessen Autor ja "kein professioneller Historiker" war, nicht überschätzt. Das Fazit, das der Autor zieht, nämlich das Velleius den "Zeitgeist" seiner Epoche repräsentiert, findet Christ überaus überzeugend.
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