Michael Wladika

Hitlers Vätergeneration

Die Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie
Cover: Hitlers Vätergeneration
Böhlau Verlag, Wien 2005
ISBN 9783205773375
Gebunden, 675 Seiten, 75,00 EUR

Klappentext

Wenn man den Nationalsozialismus aus dem Lauf der Geschichte löst, ist eine Sichtweise auf die gesellschaftlichen Umwälzungen des 19. Jahrhunderts weitgehend versperrt. Es wird dabei übersehen, dass der "Gemeinwille" des Volkes sich eine mit nationalen Mythen und Kulten aufgeladene Ersatzreligion schuf, die dazu beitrug, den Folgen einer überhitzten Industrialisierung eine "heile Welt" entgegenzusetzen. Dieser neue alte politische Stil ließ aber den unentbehrlichen Hintergrund für den Nationalsozialismus entstehen. Der Nationalsozialismus österreichischer Provenienz nahm lange vor Hitler im vom Nationalitätenkampf erschütterten Nordböhmen des Jahres 1903 seinen geistigen Ursprung und stellte mit dem im NS-Staat hochdekorierten Theoretiker Rudolf Jung in dessen 1919 erschienenem Hauptwerk "Der nationale Sozialismus" schon früh ein demokratisches System gegenüber einem charismatischen Führerstaat in Frage.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.02.2006

"Verdienstvoll" nennt Klaus A. Lankheit diese Studie über die "Ursprünge des Nationalsozialismus in der k.u.k. Monarchie" von Michael Wladika. Der Autor zeige, dass Hitler seine nationalsozialistische Weltanschauung aus vielen radikalen Ideen, die damals im österreichischen Vielvölkerstaat kursierten, zusammenbraute. Detailliert zeichne er dabei Entstehung und Wachsen verschiedener Spielarten des Antisemitismus, nationalistischer und völkischer Ideen und der Vorstellung eines auf die eigene Volksgruppe beschränkten Sozialismus nach. Lankheit berichtet über einzelne Entwicklungen wie den zunehmenden Antisemitismus im Kaiserreich, der unter anderem daher rührte, dass die Juden als Modernisierungsgewinner erschienen. Als "dem Thema angemessen", erscheint ihm der Ansatz des Autors, seine Darstellung sowohl biografisch als auch organisationsgeschichtlich anzulegen. Lankheit moniert allerdings, dass nicht immer deutlich wird, "welcher der Ansätze warum jeweils den Vorrang erhält". Zudem kritisiert er Wladikas "vielfach unpräzise Sprache", welche die Anschaulichkeit der Darstellung störe.