Holger Afflerbach

Der Dreibund

Europäische Großmacht- und Allianzpolitik vor dem Ersten Weltkrieg
Cover: Der Dreibund
Böhlau Verlag, Wien 2002
ISBN 9783205993995
Kartoniert, 983 Seiten, 95,00 EUR

Klappentext

Der Dreibund zwischen dem Deutschen Reich, Italien und Österreich-Ungarn gilt infolge seiner inneren machtpolitischen und ideologischen Gegensätze als eines der unbeständigsten Elemente des internationalen Staatenystems vor 1914. In fast allen bedeutenden internationalen Krisensituationen zwischen 1885-1914 spielte der Dreibund eine wichtige Rolle und musste mit einer Reihe von klassischen außenpolitischen Problemlagen fertig werden. Außerdem war der Dreibund an sich mehr als die Summe der Außenpolitik der drei Staaten, sondern für sich bereits ein wichtiger Bestandteil des europäischen Mächtesystems und der Friedenssicherung vor 1914. Dieser letzte Punkt, nämlich die Rolle des Dreibunds im System der europäischen Friedensordnung vor 1914, wird in seiner großen Ambivalenz besonders deutlich dargestellt.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 02.01.2003

Volker Ullrich würdigt diese Habilitationsschrift über den Dreibund von Österreich-Ungarn, Deutschem Reich und Italien und den Ausbruch des Ersten Weltkriegs als "große Forschungsleistung", kann sich den Einschätzungen des Autors insgesamt aber nicht anschließen. Zunächst lobt Ullrich den Autor dafür, dass er in seinem Buch erstmals die Perspektive Italiens eingehend darstellt und dafür italienische Quellen "umfassend" ausgewertet hat. Dabei könne Afflerbach überzeugend nachweisen, dass Italien entgegen verbreiteter Auffassung durchaus ein zuverlässiger Bündnispartner gewesen sei, so der Rezensent zustimmend. Was ihn an dem Band stört ist allerdings die allzu breite Darstellung der Aufs und Abs in den Beziehungen der Bündnispartner. "Überraschend" mutet ihm die Meinung Afflerbachs an, der Dreibund habe viel für die Stabilisierung des Friedens in Europa getan und als richtiggehend "sträfliche Unterschätzung" des Autors kritisiert Ullrich die Darstellung des Einflusses deutscher Militärs auf den Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Und so kommt der Rezensent zu dem Schluss, dass das Buch zwar eines der "wichtigsten Werke zur Diplomatiegeschichte" der letzten Zeit darstellt, letztlich aber einen "Rückfall" hinter bereits zurückliegende Forschungsergebnisse bedeutet, wie der Rezensent bedauernd feststellt.

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