Voller Hilfsbereitschaft und Engagement wurden 2015 die rund eine Million Menschen empfangen, die nach Deutschland geflüchtet waren, Doch Spenden und Willkommensworte sind das eine - dauerhafte Integration ist das andere. Ist die deutsche Gesellschaft überhaupt bereit, den Geflüchteten gerechte Chancen zu eröffnen?
Ob Integration gelingt, ob Zuwanderung als Erfolgsgeschichte gelesen werden kann, leitet der Autor und Regisseur Michael Richter an drei wesentlichen Kriterien ab: Wie ist die Wohnsituation der Geflüchteten und Zuwanderer? Wie nehmen sie am Bildungssystem teil? Und wie ist ihr Zugang zum Arbeitsmarkt?
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016
Übel gesonnene Rezensenten würden den Fernsehjournalisten Michael Richter wohl als hoffungslosen Fall eines idealistischen Gutmenschen hinstellen, schreibt Rezensent Cord Aschenbrenner, der sich selbst aber keineswegs bei solchen Kollegen einreihen möchte. Im Gegenteil, rundum begeistert ist er von dieser in direkter Nähe zu den Betroffenen und Beteiligten entstandenen Reportage über die Ankunft von 890.000 Flüchtlingen in den letzten anderthalb Jahren. Richter scheut zur Freude des Rezensenten nicht davor zurück, von einer "Erfolgsgeschichte" zu sprechen - und daran ist, so Aschenbrenner, "überhaupt nichts Blauäugiges". Vielmehr wende sich der Autor der Zukunft zu: Etwa 600.000 der angekommenen Menschen bleiben langfristig im Lande - eine echte Chance, der Überalterung der Gesellschaft entgegenzuwirken, so der Kritiker im Einklang mit Richter. Dass die Herausforderungen und Probleme, die ein solches Integrationsprojekt mit sich bringt, nicht verschwiegen werden, wertet Aschenbrenner als weiteres Plus, genau wie die Tatsache, dass Richter nicht nur, wie viele seiner Kollegen, auf Schieflagen blickt, sondern auch die Erfolge der letzten Monate beleuchtet. Das Fazit des begeisterten Rezensenten fällt eindeutig aus: Packen wir es an!
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