Rupert Neudeck, als Kind aus Danzig geflohen, hat sich ein Leben lang für seine Mitmenschen eingesetzt. Nur wenige haben so viel Erfahrung mit Flüchtlingen sammeln können wie der Gründer von Cap Anamur, der seit 1979 die vietnamesischen Boat People aus dem südchinesischen Meer fischte. Überall auf der Welt hat er geholfen, seit 2012 auch in Syrien. In seinem letzten Buch beschreibt er anhand eigener Erlebnisse, was es heißt, auf der Flucht zu sein und erinnert uns daran, dass jeder von uns zum Flüchtling werden kann. Er erzählt von denen, die schon unterwegs sind, sowie von denen, die noch kommen werden. Er verteidigt Deutschlands offene Flüchtlingspolitik und er macht Vorschläge, wie die Integration gelingen kann. Eine berührende Bilanz dieses Lebens für Flüchtlinge und eine inspirierende Lektüre für alle, die nicht wegschauen, wenn andere in Not sind.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2016
Mit einer sehr persönlichen Besprechung würdigt Lamya Kaddor Rupert Neudecks letztes Buch, in dem sie noch einmal dem Mann begegnet, der nicht nur über die moralische Verpflichtung zum Helfen sprach, sondern auch entsprechend handelte. Sie liest hier Neudecks eigene Lebensgeschichte nach, der als im Jahre 1945 selbst aus Danzig floh, bei der Rettung vietnamesischer Flüchtlinge im südchinesischen Meer im Jahre 1979 half und nicht nur die Hilfsorganisation Cap Anamur gründete, sondern auch die Grünhelme, die für einen christlich-islamischen Dialog eintreten. Hoch rechnet die Kritikerin Neudeck auch das Vermögen an, die "richtigen falschen Fragen" zu stellen, etwa jene nach "guten und bösen Flüchtlingen", berechtigten Asylbewerbern und Armutsflüchtlingen, um Generalisierungen dieser Art dann doch zurückzuweisen. Ein "Gutmensch im besten Sinne des Wortes", urteilt die Rezensentin.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…