David Ben Gurion und Konrad Adenauer sind zwei politische Urgesteine des 20. Jahrhunderts. Ihre Leben sind durch die deutsche und israelische Geschichte vielfältig miteinander verflochten und weisen erstaunliche Parallelen auf. Beide kommen erst sehr spät in ihrem Leben an die Spitze der politischen Macht, beide werden Begründer einer neuen Staatlichkeit ihrer Völker, beide müssen im Innern ihrer Länder wie in der Diplomatie Pionierarbeit leisten - und kommen sich dabei sehr nah und werden Freunde, obwohl sie sich nur zweimal persönlich begegnen. Ihre Familien pflegen die Freundschaft der beiden Männer bis heute.Michael Borchard erzählt die Lebenswege von Ben Gurion und Konrad Adenauer als Parallelgeschichte, berichtet von ihrer nahezu unmöglichen Freundschaft und fragt danach, was sich von diesen beiden großen Männern für heute lernen lässt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.04.2020
Friedrich Kiessling kann eine Freundschaft zwischen David Ben-Gurion und Konrad Adenauer, die sich nur zweimal begegnet sind, beim besten Willen nicht erkennen. Dass sich Michael Borchard in seinem Buch auch gar nicht sonderlich bemüht, dies zu beweisen, sondern nur allgemein Charakterähnlichkeiten feststellt, findet er seltsam. Die als Doppelbiografie erzählte Vorgeschichte der Treffen 1960 und 1966 sowie die vom Autor anhand der Forschungsliteratur beschriebene Annäherung zwischen der BRD und Israel sind für Kiessling aber die Lektüre wert, auch wenn Borchard eher unkritisch an die Sache herangeht.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 10.02.2020
Carsten Hueck wird bei der Lektüre von Michael Borchards Buch klar, wie wenig selbstverständlich ein gutes Verhältnis zwischen Deutschland und Israel ist und war. Wie der Politikwissenschaftler das Verhältnis zwischen Konrad Adenauer und David Ben-Gurion erkundet, mittels gründlicher Recherche und immer wieder weit über das Verhältnis der beiden hinausgehend, findet Hueck lesenswert. Sowohl über Adenauers Zeit im Köln der Weimarer Republik als auch über Ben-Gurions Kindheit in Plonsk und seinen späteren Kampf für einen jüdischen Staat erfährt Hueck hier Wissenswertes. Gut gefällt Hueck, dass Borchard die beiden Politiker nicht idealisiert, sondern kritisch betrachtet.
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