Tom Segev

David Ben Gurion

Ein Staat um jeden Preis
Cover: David Ben Gurion
Siedler Verlag, München 2018
ISBN 9783827500205
Gebunden, 800 Seiten, 35,00 EUR

Klappentext

Aus dem Hebräischen von Ruth Achlama. Er ist eine der großen politischen Gestalten des 20. Jahrhunderts: David Grün, geboren 1886 im Russischen Reich, der sich seit seiner Ankunft in Palästina 1906 Ben Gurion nannte. Schon früh engagierte er sich für den Zionismus und die Unabhängigkeit eines jüdischen Staates in Palästina. Als er 1948 schließlich den neuen Staat ausrief, setzte er die Interessen Israels um jeden Preis durch, nicht zuletzt auf Kosten der Palästinenser, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden. Der international renommierte Journalist und Bestsellerautor Tom Segev ("Die siebte Million") widmet sich in seiner großen Biografie dem Leben und Wirken des Gründers des Staates, der aus Palästina hervorgegangen ist - und erzählt zugleich eine Weltgeschichte Israels im 20. Jahrhundert.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 12.05.2018

Laut Kevin Zdiara gelingt Tom Segev mit seinem Buch ein ungeschöntes und vollständiges Bild des Gründervaters Israels. Wie der Autor kenntnisreich und kurzweilig zionistische Gründungsmythen infragestellt und Gurion facettenreich zeichnet, gilt es als Leser zu würdigen, meint der Rezensent. Auch wenn das Bild Gurions, das dabei entsteht, wenig sympathisch ist, und der Autor mitunter Gurions aktive Vertreibungspolitk etwas zu eifrig in den Vordergrund stellt, meint Zdiara, handelt es sich um eine äußerst lohnende Lektüre.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.04.2018

Vor allem unter Linken ist David Ben Gurion in Israel gerade groß in Mode, weiß Ronen Steinke, der unerbittliche Regierungsstils Benjamin Netanjahus fördere die Verklärung des Staatsgründers. Ein wenig scheint ihm das auch in Tom Segevs Biografie der Fall zu sein,  denn der Historiker zeichnet ein recht freundliches Bild des Zionistenführers, der 1906 als Pionier in das damalige Mandatsgebiet Palästina auswanderte, um einen Ort zu errichten, an dem die Juden "nicht mehr von einer  nichtjüdischen Mehrheit zertrampelt" würden. Die Kaltschnäuzigkeit, mit der Ben Gurion wie alle zionistischen Pioniere auf die Juden in der Diaspora und später auch auf die Holocaust-Überlebenden herabblickte, verschweige Segev nicht, aber er lasse sie in milderem Licht erscheinen. Steinke zitiert auch recht scharfe, aber klarsichtige Äußerungen Ben Gurion über das Verhältnis von Israelis und Arabern. Eine Lösung für den Schlamassel hatte dieser freilich auch nicht.
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