Mit einem Nachwort von Helge Malchow. Die gesammelten Familiengeschichten von Maxim Biller. Was hat das Heute mit dem Gestern zu tun? Warum wollen wir oft nichts von unserer Vergangenheit wissen, ohne die wir gar nicht die wären, die wir sind? Und wer waren unsere Eltern und Großeltern wirklich? Wer Maxim Billers Bücher kennt und liebt, weiß, dass ihm diese Fragen besonders wichtig sind, sie bilden den poetischen und auch sehr menschlichen Kern seiner Literatur. Dabei begegnen uns in seinem Werk bestimmte Figuren und Orte immer wieder in neuen, überraschenden Variationen: Gebrochene Väter, traurige Mütter und stolze Söhne genauso wie Stalins düsteres Moskau, das wilde Prag von 1968, das flirrende Berlin der Nachwendezeit, das stille, melancholische Hamburg und natürlich auch Tel Aviv, die weiße Stadt am Meer, in der man als Jude wenigstens manchmal vergessen kann, wie blutig die Geschichte des vergangenen Jahrhunderts war, ohne ihr ganz entkommen zu können. Sogar noch weniger als seiner fröhlichen, lauten, traumatisierten, komplizierten Verwandtschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.03.2020
Jörg Magenau meint es durchaus als Kompliment, wenn er feststellt, dass Maxim Billers Schreiben seit zwanzig Jahren keine Wandlung durchlaufen hat. Sichtbar für den Rezensenten an den dreizehn autobiografisch grundierten Erzählungen aus den Jahren 1990 bis 2007. Wieder geht es um deutsch-russisch-jüdische Familien- und Emigrationsgeschichte zwischen Prag, Hamburg, München, Berlin, wieder um Herkunft, Zerrissenheit, Zweifel, Schuld, Vatersuche und den Wunsch zu lieben statt zu hassen, erkennt Magenau. Und wieder gelingt es Biller "meisterhaft" Geschichte und Geschichten miteinander zu kreuzen, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 11.03.2020
Maxim Billers Band "Sieben Versuche zu lieben" versammelt dreizehn Erzählungen, die bereits in anderen Bänden erschienen sind, informiert Ulrich Gutmair, der in ihnen Variationen derselben Familiengeschichte erkennt: Ein Mann versucht sich einen Reim auf die Geheimnisse seiner jüdischen Familie zu machen, die sich aus der Tschechoslowakei ausgerechnet ins Exil nach Deutschland flüchtete. Auch wenn es in den Geschichten immer wieder auch um Stalinismus und Antisemitismus geht, sind es doch keine jüdische Geschichten, wie Gutmair betont: Es sind menschliche Erzählungen über die Liebe, den Verrat, die Schuld und die Lust am Bösen.
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