Matthias Zschokke

Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin

Roman
Cover: Die Wolken waren groß und weiß und zogen da oben hin
Wallstein Verlag, Göttingen 2016
ISBN 9783835318755
Gebunden, 220 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Matthias Zschokke stattet seine Helden nie mit Fähigkeiten aus, die nicht von dieser Welt sind, so dass man bewundernd oder neidisch zu ihnen aufsehen müsste. Im Gegenteil: Er setzt sie neben seine Leser, und er sitzt selbst neben seinen Helden und schaut ihnen in ihrem Alltag mit großem Staunen zu. Und was er dabei alles entdeckt! In seinem neuen Roman geht es um einen, der sich hinlegt, wenn er satt ist; und wenn er Hunger hat, steht er wieder auf. Gern hat er, wenn die Frau, mit der er zusammenlebt, dabei neben ihm liegt und steht. Aber die großen Schicksalsfragen bleiben ihm trotzdem nicht erspart. Er ist ein Held, dessen Mutter sterben will. Auch sein Freund hat keine rechte Lust mehr am Leben. Beide erhoffen sich, dass der Held sie aus dem Jammertal führen möge. Doch der weiß nicht, wie er das anstellen soll.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.11.2016

Am Ende bleibt nur der Konjunktiv in Matthias Zschokkes neuem Roman über einen Mann, dessen Leben genauso ins Leere läuft wie seine Lektüre, lesen wir. Mit seinem Freund und seiner Mutter teilt Roman, so der fast selbstironische Name des Protagonisten, nur den Lebensüberdruss, erfahren wir von Rezensent Rainer Moritz. Elegant, gekonnt, sogar mitunter witzig, beschreibe der Autor seine Figuren, die am Rand unserer modernen "hyperaktiven Gesellschaft" stehen und diese lieber leise, leidenschaftslos, betrübt beobachten, als an ihr teilzunehmen. Doch das alles, meint der Rezensent am Ende enttäuscht, ist nichts wirklich Neues: Der Masse an Literatur über lebensmüde, durch die Straßen irgendeiner Großstadt streichende Außenseiter, hat Zschokke leider nicht viel hinzuzufügen. Ein Buch, das sich dahin zieht, "wie die Wolken am Himmel".

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.11.2016

Rezensent Jörg Magenau gähnt ganz unverhohlen angesichts von Matthias Zschokkes Roman. Der Held namens Roman, ein verhinderter Schriftsteller, schafft es nicht nur nicht, seinem Leben Sinn und Tempo zu geben, lässt Magenau wissen, sondern langweilt auch den Leser bald über die Maßen mit seiner Mittelmäßigkeit und den Manövern, die er auffährt, um sich ihr nur ja nicht stellen zu müssen. Das ewig Immergleiche aber taugt als Romanhandlung so wenig wie ein Held, der beim Lesen dauernd eindöst, meint Magenau - und gähnt.
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