Es wird nichts mehr so wie es war: Amerika und Europa gehen in Zukunft getrennte Wege. Nicht erst seit dem Krieg im Irak. Was bedeutet dieser Bruch, der umso erstaunlicher ist angesichts des gerade erst mit vereinten Kräften errungenen Sieges im Kalten Krieg sowie der gemeinsamen Bedrohung durch den internationalen Terrorismus? Matthias Rüb, politischer Korrespondent der F.A.Z. in Washington, analysiert in seinem Buch die unterschiedliche Auslegung des "Zeitalters der Extreme" auf beiden Seiten des Atlantiks.
Nach der "Flut amerikakritischer Bücher", die nach dem Irak-Konflikt die Buchhandlungen überschwemmt hat, freut sich Rezensent Christian Hacke besonders über das neue Werk von Mathias Rüb. Der Autor widme sich zwar ebenso der Entfremdung zwischen den USA und Europa und damit einer "nicht neuen Erkenntnis"; aber die Art und Weise, in der er dies tut, "macht Eindruck". Kein Buch über transatlantische Beziehungen, sondern über die "gegenläufigen" Einstellungen von Amerikanern und Europäern zur Weltpolitik habe er vorgelegt. Die unterschiedliche Bedeutung von Religion werden darin ebenso thematisiert wie zivilisierte Außenpolitik auf europäischer und offensives Handeln auf US-Seite. Auch Rübs Fazit gibt dem Kritiker "zu denken": Amerika wird sich vorerst nicht wandeln, die Identitätskrise Europas ist noch nicht zu Ende. Eine "Studie in Realismus" habe Rüb mit seinem Buch vorgelegt und nicht zuletzt ein "willkommenes Korrektiv".
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