Herausgegeben von Bernd Greiner, Tim B. Müller und Klaas Voß. Vor mehr als zwanzig Jahren fiel der Eiserne Vorhang, und mit ihm verschwand ein Ordnungsmuster, das die Welt in zwei Lager teilte. Doch was bleibt von den Strukturen, Praktiken und Institutionen des Kalten Krieges? Welches politische, soziale, militärische und kulturelle Erbe prägt direkt und indirekt die Welt bis in unsere Gegenwart? Das Wechselspiel von Vergangenem und Gegenwärtigem, von der Präsenz des Gestern im Heute thematisiert der vorliegende Band eine Spurensuche in Ost und West und in der "Dritten Welt" auf unterschiedlichen Themenfeldern: Nationaler Sicherheitsstaat, Außen- und Sicherheitspolitik, Gesellschaft, Wirtschaft und Recht, Staatenbildung, Staatsreform und Staatszerfall.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.07.2013
Bernd Greiner leistet mit seinem Buch "Erbe des Kalten Krieges" einen wichtigen Beitrag zur gesellschaftlichen Eigendiagnostik, berichtet Friederike Bauer. Allzu verbreitet ist die Ansicht, dass mit dem Fall der Sowjetunion die, über Jahrzehnte eingespielte, politische Rhetorik, die Aufrüstungspolitik oder die diplomatischen Freund- und Feindschaften mehr oder weniger spurlos verschwunden sind, meint die Rezensentin. Greiner zeigt hingegen, wie sehr Institutionen wie die Vereinten Nationen, die Europäische Union und die NATO auf dem Mist des Kalten Krieges gewachsen sind, dass die Töne der Terrorbekämpfung ganz ähnlich klingen wie die Ost-West-Feindschaftspropaganda, und dass immer noch einhundertzwanzigtausend Hiroshima-Bomben in den Kellern der ehemaligen Supermächte schmoren, fasst Bauer zusammen. Vieles ist nicht unbedingt neu, was der Autor da schreibt, weiß die Rezensentin, aber sie findet es wichtig, unsere Altlasten in Erinnerung zu rufen, damit man sie eventuell irgendwann einmal los werden kann.
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