Markus Wolf

Freunde sterben nicht

Autobiografische Geschichten
Cover: Freunde sterben nicht
Das Neue Berlin Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783360009838
Gebunden, 224 Seiten, 17,50 EUR

Klappentext

In diesem Buch wendet sich Markus Wolf den Freunden zu, die seinen Lebensweg kreuzten und ihn ein Stück begleiteten, manche von der Kindheit an. Es sind Persönlichkeiten, deren Haltungen so verschieden sind wie ihre Lebenswege: der Amerikaner, der Agent des sowjetischen Geheimdienstes war; Freunde aus der Moskauer Schulzeit, aus denen Forscher, Aufklärer, Publizisten im Dienste verschiedener Herren wurden; der französische Journalist, den Wolf nach dem Ende der DDR kennen lernte; der Auschwitz-Häftling, KoKo-Mitarbeiter und jetzige israelische Staatsbürger; der Politiker und Alterspräsident des Bundestages, der aus Überzeugung zum Informanten der HVA wurde ...

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 16.08.2002

In neun "sorgfältig komponierten" Porträts erinnert Markus Wolf an seine Freunde, Agenten, Geheimdienstler, Journalisten, berichtet Rezensent Jens Bisky. Dem früheren Leiter der Hauptabteilung Aufklärung und stellvertretenden Minister für Staatssicherheit der DDR sind damit "ausnahmslos interessante Geschichten" gelungen, findet Bisky. Zugleich sind es nach seiner Ansicht Geschichten, die vor allem der Rechtfertigung dienen. Wo der Leser Auskunft über das tatsächlich Geschehene erwarte, appelliere Wolf an dessen moralische Urteilskraft. An Wolfs eigener moralischer Urteilskraft zweifelt dagegen Bisky nach der Lektüre. Wo Wolf mit Blick auf seinen Freund Alik, der für den SMERSCH, eine besonders brutale Abteilung des NKWD arbeiten musste, vom "Spiel des Schicksals" spricht, erblickt Bisky einen klaren Fall von Willkür nach dem "Grundprinzip des Stalinismus, aus Tätern Opfer, aus Opfern Täter zu machen." Auch wenn die Geschichten mit viel Einfühlungsvermögen geschrieben sind, Wolfs selbstgerechter Blick, gefällt Bisky ganz entschieden nicht: ein Gedankenaustausch des Lesers mit Wolf setze voraus, dass er die Meinungen des Autors teilt und suggestive Formeln mehr schätze als Argumente.

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