Mit dem dritten Band seiner Memoiren schließt Egon Krenz seine Autobiografie ab. Darin nimmt er den Herbst 1989 in den Blick, als er Staats- und Parteichef wurde, seine Vertreibung aus dem Amt und der Wohnung, den Verlust seines Landes, schließlich die juristischen Auseinandersetzungen einschließlich seiner Haft. Als die Republik vor 75 Jahren gegründet wurde, war er zwölf. Er hat sie nicht nur erlebt, sondern aktiv gestaltet. Als sie vor 35 Jahren unterging, verlor er mehr als nur seine Arbeit. Er reflektiert diese auch für andere Ostdeutsche sehr komplizierte Zeit. Und wie sie nimmt er die Gegenwart nicht teilnahmslos hin.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.08.2025
Üble Geschichtsklitterung liefert Egon Krenz auch im neuen, dritten Teil seiner Memoiren ab, urteilt Rezensent Stefan Locke. Der kaum glauben kann, was Krenz hier alles zusammenfantasiert: Ausgerechnet die SED habe 1989 den Ausbruch von Gewalt verhindert und sei auch sonst ein friedliebender Staat gewesen, noch dazu einer, in dem immer alle solidarisch an einem Strang gezogen hätten. Dabei kapitulierte, stellt Locke klar, die Parteiführung 1989 nur, weil die Russen ihr die Unterstützung versagten, die Verherrlichung alles Militärischen und auch Waffenexporte in Kriegsgebiete gehörten in der DDR zum guten Ton, und wenn einer nicht tat, was dem Staat passte, war im real existierenden Sozialismus Schluss mit der Solidarität. Also alles ziemlich schamlos, was Krenz hier verbreitet, dass er flüssig und anekdotenreich zu schreiben versteht, macht die Sache für Loce auch nicht besser. Lesen sollte man dieses Buch, aber nur, um Einspruch erheben zu können wider Krenz' Sicht auf die DDR, heißt es abschließend.
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