Markus Gabriel

Moralische Tatsachen

Warum sie existieren und wie wir sie erkennen können
Cover: Moralische Tatsachen
C.H. Beck Verlag, München 2025
ISBN 9783406837470
Gebunden, 463 Seiten, 36,00 EUR

Klappentext

 In einer uralten Disziplin wie der Moralphilosophie geschehen mitunter noch Überraschungen. Von der Öffentlichkeit weitgehend unbemerkt erfreut sich neuerdings eine lange vergessene Position großer Beliebtheit: der moralische Realismus. Markus Gabriel zeigt uns in seinem neuen Grundlagenwerk, dass sich daraus eine neuartige Ethik ableiten lässt, die genauso universalistisch wie konkret ist und sich als einzige auf der Höhe unserer Zeit bewegt. Anhand zahlreicher Beispiele - vom Pazifismus und der Pandemie über den Klimawandel bis zum Moralismus und zur Geopolitik - führt uns Markus Gabriel in den moralischen Realismus ein. Der Hauptgedanke ist so einfach wie revolutionär: Es gibt moralische Tatsachen über das, was wir unbedingt zu tun und zu lassen haben. Wie ganz normale Tatsachen finden wir sie in der Wirklichkeit vor sofern wir Menschen sind, die ihr Leben im Licht einer Vorstellung davon führen, wer oder was sie sind. Diese Tatsachen handeln von uns als freien geistigen Lebewesen. Deshalb können wir auch gar nicht anders, als in einer moralischen Wirklichkeit zu leben. Markus Gabriel verknüpft Beobachtungen über das Wesen der Moral mit Beobachtungen über das Wesen des Menschen und wendet diese auf die spezifische, globale Situation der Menschheit im 21. Jahrhundert an. Eine spannende und erkenntnisreiche Lektüre, die sich gleichermaßen an Einsteiger und Experten richtet.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.12.2025

Rezensent Michael Seel scheint der Gestus "unerschütterlicher Gewissheit", mit dem Markus Gabriel thesenreich um das Thema Moral kreist, nicht allzu viel auszumachen. Immerhin weiß der Autor ihn zu überraschen, wenn er den Blick über die Felder theoretischer wie praktischer Philosophie schweifen lässt, sich kritisch mit Kant und dessen Erben einlässt oder die aktuelle Weltlage kommentiert, dabei immer den Charakter moralischer Normen im Blick, wie Seel anerkennend feststellt. Mit Hinweis auf Frege versteht der Autor Tatsachen als "Inhalt wahrer Sätze", so Seel, und definiert eine moralische Tatsache als Handlung davon, was ein Mensch in einer Situation tun oder lassen soll. All das ist für Seel diskussionswürdig und auf alle Fälle lesenswert.

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