Otfried Höffe zeigt, dass Fragen zu Ethik und moralischem Handeln immer wieder neu gestellt werden müssen: Steht der Mensch wirklich über allen anderen Lebewesen? Können Tiere denken? Sind hohe Managergehälter vertretbar? Wozu dürfen technische und medizinische Errungenschaften eingesetzt werden und wozu nicht? Höffe macht deutlich, dass die Kenntnis von Aristoteles, Kant und Bacon nicht ausreicht - man muss ihre Gedanken auch auf das 21. Jahrhundert anwenden können. Für ihn ist Philosophie kein verstaubtes Gedankenkonstrukt, sondern der Leitfaden für moralisches Handeln, und Ethik kein "Fortschrittskiller", sondern im Gegenteil die Reflexionsinstanz, durch die wir die Probleme einer globalisierten und technisierten Welt erst lösen können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.11.2014
Michael Pawlik lernt eine Menge über die Begriffsklärungsmacht der Philosophie und ihren Nutzen für ein der Humanität, nicht der Nützlichkeit verschriebenes Dasein bei Otfried Höffe. Als Kant-Spezialist beginnt der Autor mit der Suche nach der Eigenart des Menschen, erklärt Pawlik, richtet seine praktische Philosophie in den hier enthaltenen Aufsätzen jedoch an den philosophischen Anthropologen Plessner und Gehlen aus. Der Moralbegriff, den der Autor sodann entwickelt, scheint Pawlik anspruchsvoll. Was das Gute sei, welche Macht ihm innewohnt - davon bekommt er bei Höffe mehr als eine Ahnung: Lesend etwa kommt man ihm nahe.
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