Kurt Bayertz

Warum überhaupt moralisch sein?

Cover: Warum überhaupt moralisch sein?
C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406521966
Gebunden, 280 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Kurt Bayertz sagt klar und deutlich, warum man moralisch sein soll. Ohne philosophischen Jargon und ohne überflüssige Gelehrsamkeit greift der Verfasser auf vielfältige Überlegungen zurück, die in der Geschichte des philosophischen Denkens entwickelt wurden, und prüft ihre Stärken und Schwächen. Schrittweise und immer wieder verdeutlicht durch Beispiele entsteht aus dem Gedankengang des Buches ein plastisches Bild der Funktion, des Sinns von Moral. Wer diese Funktion erfaßt hat, weiß auch, warum man moralisch sein soll.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.04.2005

Die Frage des Titels ist schon mal klar gestellt - so schön es jedoch wäre, wenn es darauf nun ein für allemal eine schlüssige Antwort gäbe, es gibt sie nicht, auch Kurt Bayertzs findet sie nicht, schreibt Uwe Justus Wenzel. Das zeigt sich für ihn schon daran, dass Bayertz eine ganze Menge möglicher Theorien, die Antworten zu geben versuchen, im Angebot hat. Und auch Positionen, die sich auf die Seite des Nicht-Moralischen schlagen, sei es im konsequenten Immoralismus oder im strategisch geschickt agierenden Amoralismus. Letzteren habe sich Bayertz nun als Gegner ausgeguckt, an dem sich die Rationalität des Moralischseins im Vergleich dann doch demonstrieren lässt, so Wenzel. Allerdings laufe das eher auf den Hinweis hinaus, dass der Amoralische mit den Sanktionen derjenigen rechnen muss, denen er unmoralisch kommt. Dieser ultima ratio zum Trotz resümiert der Rezensent: "Die Moral ist ein beeindruckend stabiles und flexibles Regime, weder durch Aufsässigkeit noch durch Skeptizismus, weder durch Immoralismus noch durch Amoralismus in seinen Grundfesten zu erschüttern." Das klingt dann doch ziemlich beeindruckend.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.12.2004

Ein Buch über Moral, das sich liest wie ein Krimi, behauptet Detlef Horster und preist Kurt Bayertz' Abhandlung über moralisches Handeln außerdem als niveauvolle Lektüre von tiefgründigem Witz. Die Antwort auf Bayertz' Frage "Warum eigentlich moralisch sein?" fände sich erst am Schluss, teilt Horster mit und warnt davor, einfach von hinten mit der Lektüre anzufangen. Der Autor entwickele Argumente, komme zu einer These und sei dann durchaus in der Lage, sie wieder zu verwerfen, verrät Horster, weshalb es sich eben nicht anböte, die Antwort einfach nachzuschlagen und Bayertz' Argumentationswege zu übergehen. Das Schöne an dem Buch sei, gesteht der Rezensent, dass es ganz praktische Fragen stelle. Klagen über den Sittenverfall interessierten den Autor nicht; wären die Menschen von Natur aus gut, bräuchte man keine Moral, wären sie von Natur aus schlecht, "bliebe Moral wirkungslos", zitiert er den Autor. Moral sei für Bayertz, fasst Horster dann doch für den interessierten Leser zusammen, eine soziale Institution und damit ebenso real "wie eine Ehe oder eine Währung".
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