Michael Hauskeller

Versuch über die Grundlagen der Moral

Cover: Versuch über die Grundlagen der Moral
C. H. Beck Verlag, München 2001
ISBN 9783406479786
Gebunden, 327 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Eine Ethik der Erfahrung. Ausgehend von den bestehenden moralischen Intuitionen wird untersucht, was genau es ist, das uns so denken, empfinden und handeln lässt, wie wir es tun oder doch zumindest zu tun wünschen, und warum es Menschen gibt, die unsere Haltung nicht teilen. Gefragt wird also danach, was uns dazu bewegt, bestimmte Zustände für besser als andere zu halten, Verhalten als richtig oder falsch zu bewerten und entsprechend dieser Wertung zu handeln.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 16.05.2002

Richtig dankbar ist Andreas Brenner dem Autor dafür, dass er ihm die schwarzen Löcher der "Grundlagen der Moral" stopfen hilft. In Anlehnung an den gegen Kant gerichteten Schopenhauerschen Wertrelativismus und unter Bezug auf Levinas und Hans Jonas entwickelt Hauskeller den Blick auf das Einzelne. Schön, meint Brenner, dass ihm das klaren Blicks und ganz ohne "Anwandlung zu theoretischem Heldentum" gelingt. Aus dem an sich nüchternen Fazit des Autors, die Moral sei eine Zumutung ohne stichhaltige Begründung, bezieht der Rezensent so noch die Genugtuung, dass, wer genauer hinsieht, schließlich mehr vom Leben hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 28.03.2002

Zwei recht unterschiedliche neue Bücher über die Grundlagen der Moral hat Hans Bernhard Schmid uns vorzustellen: Michael Hauskellers "Versuch über die Grundlagen der Moral" (C.H. Beck) und "Die Perspektive der Moral" von Martin Rhonheimer (erschienen im Akademie-Verlag). Nichts gegen das "handlungsanalytische Niveau" des Buches (beachtlich, beachtlich, meint Schmid), aber für den Rezensenten schmeckt es nun mal nach Gesinnungsethik, wenn der Gelehrte und Opus-Dei-Priester Martin Rhonheimer in "Die Perspektive der Moral" das philosophische Potenzial der klassischen Tugendethik demonstrieren will und dabei das Fundament der Moral "im Bemühen um die Tugendhaftigkeit des je eigenen Strebens" verortet. Dies, so Schmid, gehe an den Erträgen der philosophischen Debatten des letzten Jahrhunderts "allzu leichtfüßig" vorbei. Lieber hält er es da mit Hauskeller und dessen "ausgreifend, flüssig und lesbar geschriebenen" "Versuch über die Grundlagen der Moral". Zwar sei der Autor nicht weniger kritisch gegenüber dem klassischen Utilitarismus als Rhonheimer. "Das hindert ihn freilich nicht daran, Moral dezidiert von der Verantwortung her zu denken." Von der Verantwortung den Betroffenen gegenüber, wie Schmid präzisiert. Genau dies aber ist für Schmid das Entscheidende: Man könne das "für den anderen Gute" schließlich nicht einfach vom "eigenen Guten" ableiten, erklärt er, Moral fange tatsächlich beim Anderen an.
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