Markus Gabriel

Fiktionen

Cover: Fiktionen
Suhrkamp Verlag, Berlin 2020
ISBN 9783518587485
Gebunden, 636 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Im Zeitgeist herrscht eine Verwirrung ontologischen Ausmaßes: Wirklichkeit und Fiktion scheinen heute ununterscheidbar. Davon ist nicht nur die mediale Öffentlichkeit, sondern auch das Selbstverständnis der Geisteswissenschaften betroffen. Um dieser Sackgasse zu entrinnen, entwickelt Markus Gabriel in seinem neuen Buch eine realistische Philosophie der Fiktionalität, die zugleich die Fundamente einer Theorie der Objektivität der Geisteswissenschaften legt. Ein philosophisches Grundlagenwerk. In seinem Zentrum steht die "Selbstbildfähigkeit" des Menschen, die fundamental sozial reproduziert wird, ohne deswegen sozial konstruiert zu sein. Fiktionen - paradigmatisch dramatis personae unserer ästhetischen Vorstellungswelten wie Anna Karenina, Macbeth, Mephistopheles oder Jed Martin, der Protagonist von Michel Houellebecqs Karte und Gebiet - sind wirksame Prozesse der Selbstdarstellung der geistigen Lebensform des Menschen. Um dies anzuerkennen, muss der anthropologischen Zentralstellung der Einbildungskraft zu ihrem Recht verholfen werden. Auf diese Weise überwindet der Neue Realismus Gabriels den falschen Gegensatz von Sein und Schein, um unseren bedrohten Sinn für das Wirkliche zu rekalibrieren.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.06.2020

Rezensent Uwe Justus Wenzel schwant, dass es dem Philosophen Markus Gabriel mit seiner Kritik an Naturalismus, Postmodernismus und Sozialkonstruktivismus ums Ganze geht. Gabriel möchte aufklären und helfen, den Sinn des Lebens neu zu justieren, erläutert Wenzel. Wie genau das im Buch vonstatten geht, wie der Autor sich ein Leben ohne die Illusion, wir könnten ohne Schein, also ohne Fiktionen leben, vorstellt, erläutert Wenzel in verkürzter Form. Gabriel selbst schreibt mit Verve, aber wohl vor allem für die philosophische Zunft, meint Wenzel.
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