Entwicklungshilfe, beschönigend heute auch "Entwicklungszusammenarbeit" genannt, ist eine umstrittene Angelegenheit. Gegner wie Befürworter führen gewichtige Argumente ins Feld, sind sich jedoch darin einig, dass etwas geschehen muss, gerade im subsaharischen Afrika. Nur was und wie? Sollen Veränderungen durch radikale Beschränkung auf humanitäre Hilfe und durch das Hoffen auf Eigeninitiativen aus dem Druck menschenunwürdiger Verhältnisse heraus zustande kommen? Oder durch zusätzliche finanzielle Hilfen und Kooperation in der Erwartung einer allmählichen Veränderung zum Besseren? Und zu welchem Besseren überhaupt?Ruanda gilt heute als Paradebeispiel der Entwicklung in Zentralafrika, die Demokratische Republik Kongo hingegen als Inbegriff von Korruption, Vetternwirtschaft und Staatsversagen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.04.2020
Rezensent Andreas Eckert liest den "Erfahrungsbericht" des Juristen Gerd Hankel zur Entwicklungshilfe mit Interesse. Eigensinnig und anregend findet Eckert Hankels Mix aus persönlichen Erfahrungen, politischer Analyse und statistischem Material. Auch den Schuss Polemik kann Eckert vertragen. Etwas mehr Kohärenz, findet er, hätte dem Vergleich der Länder Ruanda und Kongo gut getan. Hankels Kritik und die Auslotung von Chancen und Grenzen der Entwicklungshilfe mündet laut Rezensent in das gut nachvollziehbare Fazit, dass die Einhaltung von Menschenrechten ein entscheidendes Kriterium sein sollte.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.03.2020
Gerd Hankel ist nicht der erste, der ein Umdenken in der Entwicklungspolitik fordert, weiß Rezensentin Judith Raupp. Natürlich krankt das System zum einen an Korruption und Inkompetenz auf Seiten der afrikanischen Ländern, zum anderen an der Eigennützigkeit, mit der die europäischen Geberländer Projekte initiierten. Aber wie sieht die Alternative aus? Immerhin bemühe sich der Völkerrechtler, der in Ruanda und Kongo gearbeitet hat, um Denkanstöße, was ihm die Rezensentin positiv anrechnet. Wie allerdings der Mentalitätswandel aussehen soll, den Hankel zum Teil etwas polemisch einfordert, und wie seine eigenen Projekte dazu beitragen, das hätte die Rezensentin gern genauer erfahren.
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