Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 17.02.2007
Verblasst ist für Rezensent Alfred Cattani das nach seiner Haftentlassung 1953 von ihm selbst gezeichnete Bild des Generalfeldmarschalls Erich von Manstein als eines "unpolitischen Soldaten" schon nach dem ersten Band von Marcel Steins Studie über den Russlandfeldzug und die Verwicklung von Mansteins 11. Armee in den Mord an den europäischen Juden. Mit diesem zweiten Band werden Steins Studien nun durch eine umfangreiche Dokumentensammlung illustriert und ergänzt und der Befund des ersten Bandes bekräftigt. Der heute in Israel lebende Historiker schlage einen weiten Bogen von Hitlers Weisung zum Überfall auf die Sowjetunion vom Dezember 1940 über Dokumente zu sogenannten "Judenaktionen", wie die Ermordung der gesamten jüdischen Bevölkerung von Simferopol, bis zu Mansteins Rede zu Hitlers 50. Geburtstag. Der Rezensent beschreibt den Generalfeldmarschall, auf den Erkenntnissen des Buches fußend, als charakterschwachen Mitläufer, der seine Verbrechen aus "ungebremstem Ehrgeiz" beging.
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